Als Kind und Jugendliche war ich mit meinem Namen nicht sehr glücklich. Ich wollte so wie die anderen Kinder einen „normalen“ Namen. Aber weil auch meine Mutter Mathilde hieß, wurde ich so getauft. Später las ich in einer Heiligenlegende über meine Namenspatronin, die heilige Königin Mathilde: Sie war die Tochter des Sachsenfürsten Dietrich. Ihre Eltern ließen sie im Kloster zu Erfurt von ihrer Tante erziehen. Dort lernte sie besondere Freude am Gebet und geistlichen Übungen. Durch ihre Heirat mit Heinrich dem Finkler, dem Sachsenherzog, der 919 deutscher König wurde, wurde sie Königin und gebar ihm drei Söhne. Ihr Leben bestand aus Gebet, Wohltätigkeit und Nächstenliebe. Sie stiftete Kirchen und Klöster. Zeitweise ging sie ins Kloster Quendlinburg und führte ein Leben wie eine Nonne. Ein besonderes Vorbild ist sie für mich, weil sie im tiefsten Kummer, in bittersten Enttäuschungen nie in ihrem Gottvertrauen, ihrer Liebe zu Christus wankend wurde.