Fast die Hälfte der neuen Pfarrgemeinderäte dürfte nach der Wahl am 18. März das erste Mal Mitglied im Pfarrgemeinderat sein, erwartet man im diözesanen Wahlbüro. Die Wahlen sind somit „ein seelsorglicher Erneuerungsprozess“, betont Hans Putz. Der Pfarrgemeinderat trägt für das Leben und die Entwicklung der ganzen Pfarrgemeinde Verantwortung. Zusammen mit den amtlichen Mitgliedern und den Mitarbeiter/innen in den Ausschüssen werden in Oberösterreich 13.000 Leute das Leben in den 487 Pfarren der Diözese Linz aktiv mitgestalten.
Ehrenamt und Taufberufung. Bischof Ludwig Schwarz lädt ein, sich an der Wahl zu beteiligen. „Das gemeinsame Priestertum aller Getauften befähigt uns, für Gottes Gegenwart Zeugnis zu geben und Verkünder des Evangeliums zu sein, das Christus gebracht hat“, hob er die vom II. Vatikanischen Konzil neu entdeckte Berufung aller Gläubigen hervor. „Ehrenamt und Taufberufung treffen in dieser Aufgabe aufeinander“.
Pfarrgemeinderats- und Papstwahl funktionieren gut
Kirche und Demokratie. Die Pfarrgemeinderats-Wahl ist für den Präsidenten der Katholischen Aktion Oberösterreichs (KA), Bert Brandstetter, Anlass, das Verhältnis Kirche und Demokratie zu analysieren. „Bei den Pfarrgemeinderäten funktioniert die Demokratie schon ganz gut, auch bei der Papstwahl, das Problem liegt dazwischen.“ Darum wird sich das von der KA geplante „Diözesankonzil“ besonders den Fragen „dazwischen“ widmen. Brandstetter schlägt zum Beispiel vor, dass der Pastoralrat einer Diözese in die Ernennung von Bischöfen miteinbezogen wird oder dass sich Pfarrer alle zehn Jahre einer Abstimmung ihrer Pfarrgemeinde stellen müssen.„Es gibt keinen anderen Weg, als in Richtung Beteiligung und Mitbestimmung zu gehen, wenn wir eine lebendige Kirche bleiben wollen.“ Der Kirchenrechtler Dr. Herbert Kalb von der Johannes Kepler Universität Linz betonte, dass das 2. Vatikanische Konzil das Rätesystem in der Kirche angestoßen habe, doch sei es auf beratender Ebene stecken geblieben. „Nicht nur Beratung, sondern Mitbestimmung und Mitentscheidung der Gläubigen müssen nun in einem weiteren Schritt folgen und auch nun rechtlich abgesichert werden“, so Kalb. Das 50-Jahr-Jubiläum des Konzils wäre ein guter Anlass dazu.