Tschechischer Botschafter nahm an PRO-ORIENTE-Treffen in Linz teil
Das Symposium hatte die Bedeutung der Kirchen in Tschechien für den Widerstand gegen das NS-Regime zum Thema. Schwerpunkt war dabei die orthodoxe Gemeinde von Prag. Sie gab den Attentätern des Nationalsozialisten Reinhard Heydrich Unterschlupf, der in der Bevölkerung der „Henker von Prag“ hieß.
Ausgabe: 2012/12, Botschafter, Pro Oriente, Studientag, Kirche, NS-Zeit, Koukal
21.03.2012
- Josef Wallner
Angekündigt hatte sich der tschechische Botschafter in Österreich Jan Koukal zu einem Grußwort, dann blieb er aber zum gesamten PRO-ORIENTE-Studientag (13. März 2012 im Linzer Priesterseminar). Das Symposium hatte die Bedeutung der Kirchen in Tschechien für den Widerstand gegen das NS-Regime zum Thema. Schwerpunkt war dabei die orthodoxe Gemeinde von Prag. Sie gab den Attentätern des Nationalsozialisten Reinhard Heydrich Unterschlupf, der in der Bevölkerung der „Henker von Prag“ hieß. Botschafter Koukal machte aufmerksam, dass man sich in Tschechien noch kaum mit dem kirchlichen und nationalen Widerstand beschäftigt. Die Kommunisten hätten nach ihrer Machtergreifung 1948 das Thema Widerstand ausschließlich für sich in Beschlag genommen und in Schule und Medien keine vollständige Darstellung zugelassen. Das sitzt vielfach bis heute in den Köpfen der Menschen seiner Heimat fest. Er selbst hat bei dem Studientag viel Neues erfahren, erklärte der Botschafter. Koukal dankte, dass PRO ORIENTE mit der Veranstaltung eine Vorreiterrolle eingenommem hat, und hofft, dass in Tschechien die Aufarbeitung der NS-Zeit vorankommt. In Linz beeindruckten der Prager Historiker Jaroslav Sebek, der Dekan der orthodoxen Prager Kathedrale Jaroslav Suvarsky und der orthodoxe Militärseelsorger des Österreichischen Bundesheeres Alexander Lappin mit ihren Vorträgen.
- Zu den Umständen und Folgen des Heydrich-Attentats siehe KirchenZeitung Nr. 10, Seite 27.