Seit 1976 ist Johannes Ebner aus Enns im Diözesanarchiv tätig. In dieser Zeit hat er gemeinsam mit dem Kirchenhistoriker und seinem Vorgänger als Archivdirektor Rudolf Zinnhobler aus dem Aktendepot des Ordinariats eine Servicestelle für die Diözesanverwaltung, für Forschung und Wissenschaft gemacht.
„Die Arbeit im Archiv ist mir, jetzt muss ich schon sagen, war mir auf den Leib geschrieben“, zieht Ebner über fast 36 Jahre im Diözesanarchiv, seit 2000 als dessen Direktor, Resümee. Womöglich ist die Begeisterung für die Geschichte genetisch bedingt. Er stammt aus Enns-Lorch, wo seine Eltern eine kleine Landwirtschaft betrieben. Auf einem Tischchen seines Büros hat ein großes Stück einer römischen Tonschale einen Ehrenplatz. „Die habe ich als Bub beim Erdäpfelklauben gefunden.“ Nach einem kurzen Zwischenspiel als Erzieher in einem evangelischen Studentenheim in Wien – er hatte Geschichte und Philosophie studiert – kam er ans Diözesanarchiv. Seit der Bistumsgründung 1785 lagerte man die Akten der bischöflichen Kanzlei in Kästen auf den Gängen des Bischofshofs. Diese Schriftstücke wurden nun nach und nach aufgearbeitet und im Diözesanarchiv, das im Gebäude des Priesterseminars untergebracht ist, neu aufgestellt. Als Bischof Franz Sal. Zauner Ebner einmal beim Packen der Schachteln traf, kommentierte er: „Ich wünsche interessante Papiere.“ Die Ölkrise der 1970er Jahre war beim Aufbau des Archivs sehr hilfreich, schmunzelt Ebner: Usrprünglich sollte unter der neuen Kapelle des Priesterseminars, im Keller, ein Hallenbad entstehen. Weil der Ölpreis aber so in die Höhe geschossen war, wurde das Projekt nicht verwirklicht und der Raum stattdessen als Speicher eingerichtet.
„Neues Archiv“ ist online. Erst durch die Erschließung der Ordinariats-Akten konnten sie auch wissenschaftlich genutzt werden. Die Dutzenden kirchengeschichtlichen Diplomarbeiten zeugen davon. Nach und nach kamen die Archive von Seelsorgeamt, Caritas und Schulamt ins „Diözesanarchiv“. Die Landesausstellung in Garsten 1985 zum 200-Jahr-Jubiläum der Diözese Linz wäre ohne das neue Archiv nicht möglich gewesen. „Die Beiträge des Diözesanarchives waren eine der ersten sichtbaren Früchte unserer Arbeit,“ so Ebner. Weitere Ergebnisse der Forschungen finden sich im „Neuen Archiv der Geschichte der Diözese Linz“. 1981 hat Ebner mit Zinnhobler die Reihe begründet, die mitlerweile schon auf 6000 Seiten angewachsen und – kostenlos – online zugänglich ist.
Mit 1. April 2012 wurde Dr. Monika Würthinger zur Leiterin des Diözesanarchivs ernannt.