Stau auf der Heimfahrt! Ich trommle nervös mit den Fingern auf‘s Lenkrad. Im Auto neben mir macht einer ein genervtes Gesicht. Hinter mir hupt jemand. Irgendwann komme ich dann doch beim Geschäft an, in dem ich für‘s Abendessen etwas kaufen muss. Vor der Theke steht eine Schlange. Warum brauchen alle zur gleichen Zeit Wurst und Käse? Da noch acht Deka, von dem dort drei dünne Scheiben. – „So?“ zeigt die Verkäuferin ein Demonstrations-Wursträdchen, um sicher zu gehen, dass sie und die Kundin das gleiche Dünn-Verständnis haben. – „Nein, ganz dünn...“ ist die Antwort. Und die Schlange rückt nicht vor. In unserer schnelllebigen Zeit werden Pausen zu großen Herausforderungen. Die elektronischen Medien haben uns erfahren lassen, dass Warten nicht notwendig ist. Insbesondere das Internet hat die Warte-Toleranz der Menschen ordentlich zerstört. Bei einer Umfrage gab jede/r vierte Befragte an, aus einer Internetseite auszusteigen, wenn diese länger als vier Sekunden braucht, um sich aufzubauen. Ich steige aus der Warteschlange nicht aus. Und werde belohnt mit den Zutaten zu einer schmackhaften Jause. Außerdem habe ich Stoff für diese Kolumne: Warten kann sich also lohnen!