Saure Wiesen und unwillige Politik; Eine Tragödie großen Ausmaßes;
Kommentare von Hans Baumgartner und Susanne Huber
Ausgabe: 2012/16, Saure Wiesen, Politik, Tragödie, Breivik
18.04.2012
- Hans Baumgartner, Susanne Huber
Saure Wiesen und unwillige Politik
Der Politik geht es derzeit nicht gut. Der Vertrauensverlust in der Bevölkerung ist alarmierend. Der „Reinigungsprozess“ im Untersuchungsausschuss ist längst zu einer parteipolitisch motivierten Schmutzwäsche verkommen. Auf strenge Antikorruptions- und Parteienfinanzierungsgesetze wartet die verdrossene Wählerschaft immer noch vergebens. Aber die sauren Wiesen und Sümpfe sind nicht der einzige Grund für den wachsenden Unmut. Er entzündet sich auch am Unwillen der Politik, aus der Wirtschafts- und Finanzkrise die Lehren zu ziehen. So etwa sind 80 Prozent der EU-Bürger für eine Spekulationssteuer. Doch sie kommt und kommt nicht, weil der Wille und das Wohl der Bürger weniger gelten als der Einfluss des Geldadels. Hans Baumgartner
Eine Tragödie großen Ausmaßes
Er gestehe seine Taten, bereue sie aber nicht und er sei unschuldig. So die Worte des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik zum Auftakt des Prozesses gegen ihn. Nun werden seine abscheulichen Taten erneut ins Licht der Weltöffentlichkeit gerückt. Als Breivik am 22. Juli 2011 bei einem Bombenanschlag in Oslo und bei einem Massaker auf der Insel Utoya 77 Menschen getötet hat, war das ein Schock – für die Überlebenden, für die Angehörigen der Opfer, aber auch für die Bevölkerung Norwegens. Es zeigte sich, dass so eine Tragödie jederzeit und überall passieren kann. Für die Überlebenden, die in den kommenden Wochen vor Gericht aussagen müssen, wird es eine harte Zeit. Das Trauma aufzuarbeiten wird Jahre, wenn nicht ein Leben lang dauern. Susanne Huber