Ich habe noch den Ausspruch eines alten Mannes im Ohr: Lautes Frauenlachen gehört sich nicht. Doch Lachen in der Öffentlichkeit dürfte bald salonfähig sein ...
Ich lache gerne laut, auch öffentlich, leider viel zu selten. Die Mühen des erwachsenen Lebens geben nicht jeden Tag Anlass dazu – und wohl erzogen bin ich außerdem. Ich habe noch den Ausspruch eines alten Mannes im Ohr: Lautes Frauenlachen gehört sich nicht. Doch Lachen in der Öffentlichkeit dürfte bald salonfähig sein ...
Ich sitze mit Matthias Schorn in der Herrengarderobe des Wiener Musikvereins. Der Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker hat kurz vor seinem nächsten Auftritt noch Zeit für ein Interview. Fröhlich erzählt er mir, wie gern er die Konzertbesucher/innen hin und wieder von der Bühne aus dazu verleitet, sich sozusagen danebenzubenehmen: „Das Publikum ist froh, wenn es einmal im Konzert lachen, in das Stück reinklatschen oder sogar mitschreien darf.“
Wie war das? Würdige Damen und Herren in Abendrobe, die bei einem Konzert vergnügt schreien? Ich werde mir wohl in Zukunft keine Zwänge mehr auferlegen, meinem Zwerchfell freien Lauf lassen und öffentlich lachen. Denn wenn schon das Publikum der Wiener Philharmoniker in aller Öffentlichkeit lauthals lacht – wer bin dann ich, es nicht zu tun?