Spekulation bei Lebensmitteln treibt Preise in die Höhe
In der Sahelzone droht eine neue Hungerkatastrophe. Da muss rasch geholfen werden. Doch der Hunger auf der Welt ist nicht nur eine Folge von ausbleibendem Regen. Er wird gemacht.
Im letzten Jahrzehnt hat die Spekulation mit Lebensmitteln enorm zugenommen. Anleger haben den Lebensmittelbereich als sichere Möglichkeit zu verdienen entdeckt, denn zu essen wird man immer brauchen.
Die Folge: Die Preise steigen unabhängig davon, was wirklich produziert werden kann. Das deutsche kirchliche Hilfswerk Misereor zeigt die Zusammenhänge auf. Banken, Hedgefonds und Pensionsfonds investieren ihr Geld in den Agrar-Rohstoffhandel. Die Preise werden hochgetrieben. Mit Angebot und Nachfrage hätten die tatsächlichen Preise nichts mehr zu tun. Leidtragende sind vor allem jene, die sich Lebensmittel kaum mehr leisten können, vor allem in Entwicklungsländern. Aber auch für die Landwirte bedeuteten die häufigen und unberechenbaren Preisschwankungen ein hohes Risiko. Misereor hat deshalb die Aktion „Mit Essen spielt man nicht“ gestartet. Sie richtet sich gegen die Spekulation mit Agrarrohstoffen – weil diese die Basis für die Ernährung der Menschheit darstellen. Misereor fordert strengere Richtlinien in diesem Bereich.