Die neuen „Diebe“ kommen nicht mehr mit Taschenlampen bei Nacht. Sie sitzen an Computern und an den Tischen der Börsen. Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger
Arbeit zu haben – und damit selbständig den Lebensunterhalt bestreiten zu können – ist eines der Grundbedürfnisse der Menschen. Und darum wurde das Recht auf Arbeit zu einem Kernanliegen der Gewerkschaften. Der Beschäftigungsgrad gibt einen Einblick in den Zustand eines Staates. Sogar ein Feiertag gilt der Arbeit: der 1. Mai.
Doch es ist etwas aus dem Lot geraten. Längst nicht mehr wird nur abgerechnet nach geleisteter Arbeit und entsprechendem Lohn. Ein immer größerer Anteil an Vermögen wird völlig unabhängig von „Leistung“ durch Spekulation „erwirtschaftet“. Die neuen „Diebe“ kommen nicht mehr mit Taschenlampen bei Nacht. Sie sitzen an Computern und an den Tischen der Börsen, setzen auf künftige Preise. Der „Gewinn“ ist nicht mehr das Plus, das bleibt und von dem die Geschäftsleute leben. Kein Handel unter Partnern ist es, vielmehr ein Spiel. Gewinner hinterlassen Verlierer. Im Moment versucht die Politik mit „Rettungsschirmen“ die ins Trudeln geratenen Volkswirtschaften aufzufangen. Doch es ist mehr eine Frage der Moral. „Du sollst nicht stehlen!“ Die Antwort soll man nicht nur Finanzexperten und Politikern überlassen.