Abgesehen von kleineren Wehwehchen bin ich gesund. Keine Verletzungen, keine Krankheiten, daher auch fast keine Arztbesuche – Gott sei Dank! Das sage ich nicht, weil ich Ärzte nicht mag (als Arzttochter sowieso undenkbar) oder sie gar fürchte. Grund dafür ist schlicht und ergreifend, dass man bei niedergelassenen Fachärzten kaum einen Termin in den nächsten vier Monaten ergattert. Und weil in vier Monaten Urlaubszeit ist, darf man sich über einen Novembertermin freuen, vorausgesetzt es gibt für neue Patient/innen keinen generellen Aufnahmestopp. Leider male ich hier nicht den sprichwörtlichen Teufel an die Wand, ich spreche aus ganz aktueller Erfahrung. Ich plane nach einigen Jahren lediglich die Brille meiner schwächeren Sehkraft anzupassen. „Im November hätte ich noch was frei“, ist die Antwort der freundlichen Assistentin. Ich ringe kurz mit akuter Sprachlosigkeit, danach stellt sich leichtes Herzrasen ein. „Danke, ich melde mich wieder“, ist meine kurze Reaktion, bevor ich mich schockiert auf den Sessel fallen lasse. Anrufe bei meinen Freundinnen ergeben, dass schon alle ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Diagnose: fortschreitender Ärztemangel, Therapie: leider noch nicht in Sicht!