Der „neue Atheismus“ stand im Zentrum des diesjährigen Fakultätstages in Innsbruck. Franz Kronreif von der Fokolarbewegung führt seit Jahren einen Dialog mit Atheisten und Nichtglaubenden.
Vor 14 Jahren ergab sich eher zufällig auf einer Kulturveranstaltung ein Kontakt von Leuten aus der Fokolarbewegung und dem damaligen KPÖ-Chef Franz Muhri. Dabei kam man auch auf den Dialog mit Nichtglaubenden zu sprechen, den die Fokolar-Gründerin Chiara Lubich schon vor 30 Jahren begonnen hatte. Muhri lud zu weiteren Gesprächen, an denen auch Franz Kronreif teilnahm. „Daraus entwickelte sich ein fruchtbarer Dialog mit einem Teil der KP-Führung und eine persönliche Freundschaft mit Walter Baier, der bis 2006 KP-Vorsitzender war und heute die linke Denkwerkstätte ,Transform! Europe‘ in Brüssel leitet“, berichtet Kronreif. Seit 2007 ist der Wiener Architekt im internationalen Zentrum der Fokolare in Rom für den Dialog mit Menschen nichtreligiöser Weltanschauung verantwortlich.
Stationen. Zur Fokolarbewegung ist der aus Werfen stammende Kronreif am Ende seiner Gymnasialzeit am Borromäum gestoßen. Mit 18 trat er einer Fokolargemeinschaft bei, die nach den evangelischen Räten lebt. Er studierte Architektur in Wien, gründete ein Architekturbüro, das der 60-Jährige bis Ende letzten Jahres leitete. Derzeit verbringt er etwa drei Wochen im Monat in Rom und eine Woche in seinem Büro in Wien. Für den Dialog mit Atheisten sei er auch durch eine ehemalige Mitarbeiterin, die aus China geflohen war und absolut nichts von Religion wusste, interessiert worden. Und durch einen kommunistischen Sägereiarbeiter während eines Ferialjobs. „Er war nicht gerade jemand, den man ein Vorbild nennt, aber wenn mich die anderen auf die Schaufel nahmen, hat er mich immer verteidigt.“