Diözese Linz sucht ihren Weg im Spiegel des Konzils
Die „innere“ Erneuerung der Kirche soll der Kirche Kraft für ihr Wirken in der Gesellschaft geben. Die Diözese Linz will ihren Weg weiter am Zweiten Vatikanischen Konzil ausrichten.
„Wir möchten zeigen, wie viel Lebensförderndes für die Menschen wir in der Kirche haben.“ Für die Kommunikationschefin der Diözese Linz, Gabriele Eder-Cakl, soll die Menschennähe der Kirche in den kommenden Jahren ganz im Vordergrund stehen. Drei Jahre lang wird die Erinnerung an das Zweite Vatikanische Konzil das kirchliche Leben in Oberösterreich prägen. „Wie geht es dir als Mensch und Christ?“ – über diese Frage soll es 50 Jahre nach Konzilsbeginn einen intensiven Austausch geben. Heil der Seelen und Zeichen der Zeit. Am Freitag, 11. Mai tagte in Linz die Konferenz der Katholischen Aktion mit Vertreter/innen aus allen Gliederungen. Der bekannte Publizist Hubert Gaisbauer stellte dabei in den Mittelpunkt, worum es Papst Johannes XXIII. ging, als er das Konzil ausrief. Die Hauptsorge des Papstes – so Gaisbauer – galt damals dem „Heil der Seelen der Menschen“. Dem täglichen Gebet und dem häufigen Empfang der Sakramente habe der Papst großen Stellenwert eingeräumt. Gleichzeitig ging es Johannes XXIII. um eine gute Entwicklung der Gesellschaft. Die Kirche sollte den Zeichen der Zeit gerecht werden und auf die drängenden Fragen der Menschheit Antwort suchen. Die Bedrohung des Friedens auf der Welt sah er als eine Herausforderung an die Kirche.
Im Gottvertrauen. Eine dritte „Gabe“ hat Johannes XXIII. der Kirche hinterlassen: die Kraft des Vertrauens. „Habt Gottvertrauen, habt um Gottes willen keine Angst.“ Diese Haltung sei beim Konzilspapst bis ans Sterbebett spürbar gewesen. Genau vor 50 Jahren, im Mai 1962, hat Johannes XXIII. diese Kernanliegen in einem Brief zum Ausdruck gebracht – mitten im Kalten Krieg, als wegen der Kuba-Krise ein neuer Weltkrieg drohte. Gegen die Angst brachte der Papst das Vertrauen ins Spiel. Im Sinne des Konzilspapstes Johannes XXIII. will die Diözese Linz sowohl die innere Erneuerung der Kirche als auch ihr gesellschaftliches Wirken neu ausrichten. Am 11. Oktober, dem 50. Jahrestag der Eröffnung des Konzils, wird das dreijährige Erinnern und Erneuern beginnen. Die Idee zu diesem Prozess ging vor einem Jahr von den diözesanen Räten aus. In Folge wurden auch die Vorschläge der Katholischen Aktion – die damals als „eine Art konziliarer Vorgang“ vorgelegt wurden – aufgenommen, die konkreten Planungen begonnen und mit der Diözesanleitung abgestimmt. Ab Herbst 2012 wird auf breiter Ebene nach den Zeichen der Zeit und des Glaubens heute gefragt. Danach sollen diese im Licht des Evangeliums gedeutet werden, um dann Antworten zu geben und Maßnahmen zu treffen. Am Ende könnte ein gemeinsamer Diözesantag stehen. Am 8. Dezember 2015 – genau 50 Jahre nach Ende des Konzils – soll der Prozess seinen Abschluss finden. Die Diözesanleitung wird gemeinsam mit der Trägergruppe Mitte Juni den Projektplan festlegen. Ein konkreter Fahrplan des Erinnerungs- und Erneuerungsprozesses soll dann der Öffentlichkeit präsentiert werden.