Die Katholische Kirche Oberösterreichs nimmt das Konzilsjubiläum zum Anlass, die Kirche ins „Heute“ zu bringen. Drei Jahre lang wird dieses „Profilprojekt“ dauern – so lange, wie das Konzil gedauert hat. Ein Prozess, bei dem man nicht weiß, was sich entwickeln wird. Aber das war auch vor 50 Jahren schon so.
„Als Diözese Linz wollen wir in den kommenden Jahren dem Handeln und der Intention des Konzils nachspüren und in unsere Zeit hinein übersetzen“, betonte Bischofsvikar Johann Hintermaier am Montag, 18. Juni bei einer Pressekonferenz. Kirche habe eine dienende Funktion in der Beziehungsarbeit untereinander und auf Gott hin.
Die Bedürfnisse der Menschen, auch Spannungen zwischen Morderne und Tradition, sollen dabei ebenso in den Blick genommen werden. Es gehe darum, das Evangelium in der Welt von heute – mit modernen exegetischen Methoden – zu verkünden. Der dreijährige Prozess wird von den Diözesanen Räten – Pastoralrat, Priesterrat, Dechantenkonferenz und Frauenkommission – angestoßen, er wird von der Katholischen Aktion stark mitgetragen. (Die KirchenZeitung berichtete darüber). Die Katholische Aktion wird – so KA-Präsident Bert Brandstetter – intensiv in den Prozess einsteigen. „So, wie das Konzil eine Arbeit im Prozess war, so gehen wir jetzt diese drei Jahre an“, erklärte er. Eventuell wird es im Herbst 2015 einen Katholiken- oder Diözesantag geben. „Als Kirche sind wir Werkzeug, nicht Ziel“, betonte Generaldechant Franz Wild. „Unser Tun muss heilsam sein. Dem Evangelium zu dienen heißt, den Menschen helfen, gut und sinnerfüllt zu leben.“ Die Vorsitzende der Frauenkommission Sissy Kamptner begrüßt die Rückbesinnung auf das Konzil. Da sollen auch Dinge zur Sprache kommen, die damals eingebracht wurden, aber unerledigt sind.