Für „gutes Klima“ in der katholischen Kirche sind alle Beteiligten verantwortlich. Die Sorgen der Leute dürfen Leitende nicht kalt lassen. Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger.
Ausgabe: 2012/27, Hitze, Kirche Österreich, Rom
04.07.2012
- Matthäus Fellinger
Heiß ging es her in den letzten Tagen. Nur vorübergehend tut einem die Hitze gut, bald stöhnen die Leute darunter. Bei Hitze heißt es, vorsichtig sein. Ob es ein Organismus oder ob es irgendwelche Maschinen sind: Überhitzungszustände tun auf Dauer nicht gut. Am besten funktionieren die Dinge im Normalzustand. Auf Betriebstemperatur, aber nicht zu heiß. Obwohl viele von winterlichen Verhältnissen in der Kirche sprechen, gibt es Überhitzungszustände. Dort, wo sich Dinge zu sehr reiben, wird es heiß. Und das ist eindeutig der Fall in der Kirche Österreichs, aber auch mit den römischen Stellen. Zwischen Kälte und Überhitzung sollte doch irgendwo auch die ideale „Betriebstemperatur“ der Kirche zu finden sein. Für „gutes Klima“ sind alle Beteiligten verantwortlich. Die Sorgen der Leute dürfen Leitende nicht kalt lassen. Und es hilft nicht viel, wenn man dort, wo der Topf schon überkocht, noch ein Schäuferl nachlegt. Wer wäre dann in der Lage, die Kohlen aus dem Feuer zu holen? Kirche hat viel mit Liebe zu tun. Gerade Verliebte wissen, dass selbst das „Feuer der Liebe“ auch durch Abkühlphasen gehen muss – und erst dann zeigt sich, wie tragfähig sie ist. Und auch dafür sind beide verantwortlich.