Wenige Wochen vor Vollendung seines 107. Lebensjahres besuchte Leopold Engleitner gemeinsam mit seinem Biografen Bernhard Rammerstorfer die HLW Perg.
Ausgabe: 2012/27, HLW Perg, Leopold Engleitner, Zeuge Jehovas, KZ, Holocaust,
04.07.2012
Leopold Engleitner verweigerte während des Nazi-Regimes als einfacher Bauernknecht aufgrund seiner religiösen Überzeugung als Zeuge Jehovas den Dienst in der Deutschen Wehrmacht. Die Nazis quälten ihn deshalb in den Konzentrationslagern Buchenwald, Niederhagen und Ravensbrück. Nach jahrelanger KZ-Zwangsarbeit und schwersten Misshandlungen wurde er im Juli 1943 mit nur 28 Kilogramm aus dem KZ entlassen. Die Bedingung war: „Lebenslange Zwangsarbeit in der Landwirtschaft“. In der Heimat arbeitete er dann auf einem Bauernhof als Zwangsarbeiter, bis er kurz vor Kriegsende noch den Einberufungsbefehl erhielt. Er flüchtete und konnte überleben.
Späte Rehabilitierung. Erst eine zufällige Bekanntschaft mit dem Mühlviertler Autor und Filmproduzenten Bernhard Rammerstorfer, die zur Veröffentlichung seiner Biografie in Form des Buches und Dokumentarfilms „Ungebrochener Wille“ führte, verhalf ihm, der lange Zeit ausgrenzt wurde, zu einer späten Rehabilitierung. Die 165 Schüler und Lehrer in Perg waren vom ältesten „Holocaust-Vortragenden“ weltweit äußerst beeindruckt und lauschten gespannt seinen Erfahrungen, die mehr als 100 Jahre zurückreichen. Engleitner hob die Bedeutung von Menschlichkeit und Toleranz hervor und bat die Jugendlichen, sich in ihrem Leben auch nach gerechten Grundsätzen auszurichten, denn das wäre eine Grundvoraussetzung für den Frieden.