Beim Summer Splash feiern alljährlich Tausende Jugendliche den Abschluss ihrer Matura. Für größere und kleinere Lebenskrisen hinter der Glitzerkulisse war mit Katharina Brandstetter (27) heuer erstmals eine Seelsorgerin zuständig.
Ausgabe: Sommer Splash, Seelsorge, Strand, Bar, Brandstetter, 2012/28,
10.07.2012
- Paul Stütz
Events mit Promifaktor, Konzerte mit Star-DJs und Tausende feierwütige Jugendliche. Diese Bilder prägen den Summer Splash, die Maturareise, die Tausende Jugendliche an der türkischen Riviera vereint. Neu war heuer, dass erstmals eine Seelsorgerin das Ärzteteam eine Woche lang unterstützte: Die 27-jährige Theologin Katharina Brandstetter, die sich unterm Jahr um die Jugendarbeit in der Pfarre Steyr-Christkindl kümmert. Den Kurzzeit-Job beim Summer Splash hat sich die junge Steyrerin selbst geschaffen. Weil sie den Summer Splash aus eigener Erfahrung und nicht bloß von mythenumrankten Erzählungen kennenlernen wollte. „Ich habe die Veranstalter einfach gefragt, ob ich als Seelsorgerin mitfahren kann. Und sie haben schnell Ja gesagt.“ Nicht zuletzt, weil es in den letzten Jahren immer wieder Jugendliche gab, die während des Summer Splash den Arzt aufsuchten, aber eigentlich jemanden zum Reden gebraucht hätten. Arbeiten bis zum Umfallen. So wie die meisten Maturant/innen vor Ort an der türkischen Riviera bis zu Erschöpfung feiern, arbeitete Katharina Brandstetter fast ohne Pausen. Nicht am Strand, aber direkt am Hotelgelände war sie stets verfügbar. „Ich habe nur zwei Nächte durchgeschlafen.“ Die junge Theologin beobachtete bei den Gesprächen, dass viele Maturant/innen unter Druck stehen, der Erwartung anderer Leute zu entsprechen. „Diese Phase des Übergangs nach der Matura ist für viele Jugendliche problematisch.“ Ihren Zugang als Seelsorgerin beschreibt sie so: „Ich habe die Jugendlichen nicht missioniert, sondern einfach zugehört.“ Etwa wenn Mädchen mit Liebeskummer bei ihr anriefen oder Burschen die Frage quälte, wieso sie bei der Party keine Frau aufreißen können.
Konzept mit Zukunft. Das Resümee nach einer Woche intensiver Arbeit fällt bei Katharina Brandstetter positiv aus. Den Veranstaltern stellt sie ein gutes Zeugnis aus. „Anders als die Gerüchte lauten, läuft alles sehr gesittet und sicher ab.“ Sie habe keine massenhaften Alkoholexzesse gesehen. Generell glaubt Katharina Brandstetter, dass Seelsorge bei Massenmaturareisen ein Konzept für die Zukunft ist. Brandstetter: „Die Kirche soll den Menschen in allen Lebensübergängen beistehen.“
Summer Splash & Co
Der Summer Splash ist eine Eventreise der Firma Splashline, die neben den Mitbewerbern Mission to Beach und x-jam Massenreisen für österreichische Maturant/innen organisiert. In drei Wochen feiern beim Summer Splash 12.000 Maturant/innen mit. Bei allen drei Anbietern machen pro Jahr 20.000 Maturant/innen Urlaub. Das ist mehr als die Hälfte eines MaturaJahrgangs.