Erste Sorge der Wirtschaft muss das Wohl der Menschen sein
Christliche Wertehaltungen sollen in Oberösterreichs Wirtschaft noch deutlicher zum Tagen kommen. Am Montag, 9. Juli unterzeichneten Bischof Ludwig Schwarz, Wirtschaftskammerpräsident Rudolf Trauner und Klaus Pöttinger für die Industriellenvereinigung ein entsprechendes Dokument.
Die weltweiten Entwicklungen haben gravierende Auswirkungen auch auf die Wirtschaft Österreichs und Oberösterreichs. Der eben unterzeichnete „Pakt“ greift Positionen der kirchlichen Soziallehre auf. So plädiert er für maßvolle leistungsbezogene Differenzierungen, „überhöhte Einkommensunterschiede sind unmoralisch und schaffen soziale Spannungen“, heißt es im Dokument. Besonders betont wird die Verantwortung für Natur und Umwelt. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass sich jeder Betrieb auch seiner ökologischen und sozialen Verantwortung bewusst ist und nicht Gewinnmaximierung, sondern die Stiftung nachhaltigen Nutzens im Vordergrund steht.“ Nicht ums schnelle Geld dürfe es in der Wirtschaft gehen, sondern um nachhaltige Strategien. Klar wird auch betont: „Realwirtschaft hat Vorrang vor Spekulation“, und: „Unsere erste wirtschaftliche Sorge soll das Wohlergehen der Menschen sein.“
Ethisch wirtschaften
Wirtschaft schafft die materielle Basis für unsere Gesellschaft. Dazu gehört nicht nur der formelle Sektor der Wirtschaft, sondern auch menschliche Dienstleistungen ... Sie sind Grundlage für die soziale Sicherheit, ökologische Nachhaltigkeit und kulturelle Vielfalt. Dieses Eingangs-Bekenntnis lässt schon die meisten Themen des Dokumentes anklingen, das am 9. Juli Bischof Schwarz für die Diözese sowie die Präsidenten Trauner und Pöttinger für die Wirtschaft unterschrieben haben. Das Dokument will der oberösterreichischen Wirtschaft Impuls sein. Kernsätze aus dem Dokument: „Die Summe der Fähigkeiten der Menschen ist der eigentliche Reichtum unseres Landes.“ „Leistung findet nicht nur dort statt, wo Geld verdient oder Gewinn erzielt wird.“ „Die Berufstätigkeit und die persönliche Lebensgestaltung sollen im Einklang stehen.“ „Die Gemeinschaft muss auch denjenigen menschenwürdige Lebensbedingungen garantieren, die aus eigener Kraft nicht für sich selbst sorgen können: Kindern, alten, kranken, behinderten oder erwerbslosen Menschen. Auch Selbstständige, bei denen das unternehmerische Risiko schlagend geworden ist, gehören dazu.“ „Ein besonderes Augenmerk ist den regional tätigen Klein- und Mittelunternehmen zu schenken.“...
- Den Wortlaut des Dokuments finden siehier.