Vom 27. Juli bis 12. August werden in London bei 302 Wettbewerben etwa 10.500 Sportler/innen um olympische Medaillen laufen, schwimmen, boxen, fechten ... Österreich ist mit 69 Athlet/innen am Start, 13 von ihnen kommen aus Oberösterreich.
Ausgabe: 2012/29, Sport, Bewegung, Olympiade, Dr. Tomislav Mesic, Gesundheit
Dr. Tomislav Mesic, Chirurg am Unfallkrankenhaus in Linz und Allgemeinmediziner, hat zwei Jahre nach den Olympischen Winterspielen in Turin (2006) als Arzt bei den Langläufern und Biathleten begonnen. Dann wurde er auch Teamarzt beim Karateverband und ist als Arzt im Team des Olympiazentrums des Landes Oberösterreich Er ist sportbegeistert und sportkritisch. Bewegung stärkt die Gesundheit. „Ich finde es sehr wichtig, dass sich die Menschen bewegen. Es macht Freude, baut Knochensubstanz auf, stärkt die koordinativen Fähigkeiten. Macht man das nicht von Kindheit und Jugend an, bekommt man im Alter die Rechnung präsentiert. Denn schon ab dem 30. Lebensjahr bildet sich beim Menschen die Knochenmasse zurück. Darum ist Bewegung von Kindheit an so wichtig.“ – Das ist die Kern-Message von Dr. Mesic. Leider ist der Computer verlockend und sind Erziehende oft zu inkonsequent, den Kindern zugunsten von Bewegung die Computerzeiten einzuschränken. Diese Kritik sagt der sportbegeisterte und begeistert Sportsendungen (Olympia) schauende Mediziner Mesic. Doch ist jeder Sport gesund? – Gemäßigt ja. Aber: Auch schon Hobby-Sportler, bei Kraft- und Ausdauersportarten, greifen zu Aufputschmitteln aus dem Internet, um die Leistung zu steigern. So meinte einmal ein Radfahrer: „Wenn du einmal mit EPO (erhöht den Anteil von Erythrozyten im Blut, was leistungssteigernd wirkt, Anm.) über den Berg gefahren bist, fährst nie wieder ohne.“ Dr. Mesic weist darauf hin, dass viel mehr EPO produziert als über Rezepte abgegeben wird. Aufputschmittel sind allerdings außerhalb des Sports, etwa bei Spitzenmanagern, mindestens ebenso verbreitet. Dr. Mesic schwärmt von Karate (2016 richtet Linz die Karate-WM aus), lobt langlaufen, Rad fahren, nennt Boxen einen guten Sport. Und er wünscht sich mehr Schulsport, turnen, bewegen!
Doping ist kriminell. Was steckt hinter den Leistungen der Olympiasieger/innen und -teilnehmer/innen? Was liegt vor dem Jubel der Fans? Entsagung, Training, laufend gesteigerter Trainingsaufwand. Und Doping? – Bei den Sportler/innen, mit denen Dr. Mesic zusammenarbeitet, hat er ein sehr gutes Gefühl, dass Doping tabu ist. „Die Manipulation am Körper ist höchst kriminell“, sagt Dr. Mesic. Vor zehn oder 15 Jahren sei da die Stimmung noch anders gewesen. Jetzt aber weiß der Arzt, dass er seinen Job verliert, und der Sportler weiß, dass er sich einer kriminellen Tat schuldig macht. Der Sportler/Die Sportlerin muss geschützt werden. Würde Doping nicht geächtet, wäre es für Spitzensportler/innen nicht so problematisch. Im Spitzensport ist das medizinische Umfeld sehr gut. Problematisch wäre es aber für die Sportler/innen eine Stufe darunter. Der Weg zur Spitze. Bis zu einem gewissen Grad, bestätigt der Mediziner, ist Leistungssport ungesund. Verletzungen hinterlassen irreparable Schäden. Allerdings: Spitzensportler/innen steigern ihren Trainingsumfang kontinuierlich. Auf dem Weg an die Spitze bleiben jedoch viele auf dem Weg zurück, weil es der Körper nicht aushält. Wer es schafft, hat das Glück, dass der Körper durchhält, dass er/sie verletzungsfrei bleibt, gute Trainer/innen hat und die Motivation nicht schwindet.