Wir brauchen festen Boden unter den Füßen, um nicht ins Bodenlose zu fallen. – Der Boden ist Lebens-Grundlage. Mit Sorge reagieren wir, wenn dieser Boden-Schatz verändert wird, etwa durch den Zugriff auf Bodenschätze. Oder wenn Unwetter den Boden ausschwemmen.
Ausgabe: 2012/29, Boden, Schatz, Bodenschätze, RAG, Rohstoffe, Bodenschutz, DI Christian Krump
17.07.2012
- Elisabeth Hiesmayr und Ernst Gansinger
Um aus der internationalen Abhängigkeit von Ölmonopolen zu entkommen, wird versucht, im eigenen Land Öl und Gas zu gewinnen. Laut RAG (Rohöl-Aufsuchungs-AG) gibt es in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und Wien Öl- und Gasvorkommen. Derzeit führt die RAG in 24 oberösterreichischen Gemeinden seismische Messungen zur Erdöl- und Erdgassuche durch. Kürzlich flammte unter den Anrainern die Debatte über die umstrittene Fracking-Methode zur Schiefergasgewinnung auf. Eine Bürgerinitiative wurde gegründet.
Bei den seimischen Messungen in Oberösterreich senden Vibrofahrzeuge Druckwellen aus. Diese werden an geologischen Strukturen reflektiert und von hochsensiblen Mikrofonen an der Oberfläche aufgenommen. Experten können anhand dieser Vibro-Seis-Technik erkennen, wo sich Erdöl und Erdgas befinden. Rohstoffsuche. Besorgte Anrainer befürchteten anfangs, dass – so wie in Niederösterreich – Fracking zur Rohstoffgewinnung angewendet wird. In Niederösterreich waren die Forderungen der Bürgerinitiative „Weinviertel statt Gasviertel“ erfolgreich. So wurde das Fracking-Projekt eingestellt. In Oberösterreich wurde vorsorglich die Bürgerinitiative „Fracking-Free-Zone“ gegründet. Derzeit gibt es hier bezüglich Fracking keinen Grund zur Sorge, denn in einem offiziellen Schreiben der RAG wird erläutert, dass diese Methode bei der oberösterreichischen Rohstoffsuche keinerlei Anwendung finden wird. Hauptgrund dafür ist, dass die Fracking-Methode für die geologischen Gegebenheiten des Alpenvorlandes ungeeignet ist. Bei anderen geologischen Voraussetzungen wäre vermutlich Fracking zum Einsatz gekommen. So beharrt die Bürgerinitiative „Fracking-Free-Zone“ weiterhin in Kooperation mit „Weinviertel statt Gasviertel“ auf einem Fracking-Verbot in Österreich. In Frankreich und Bulgarien ist Fracking bereits verboten.
Interesse an guten Böden. Schwere Unwetter führen zu Ausschwemmungen des Bodens (Erosion). Der Landwirtschaft wird vorgeworfen, die Böden nicht nachhaltig zu bewirtschaften. Dagegen wehrt sich die bäuerliche Interessensvertretung. „Das Thema Erosion ist ernst zu nehmen“, sagt Landesrat Max Hiegelsberger. Man sollte aber ehrlich diskutieren. Der Landwirt habe ein ureigenes Interesse an gesunden Böden. Ähnlich argumentiert auch DI Christian Krumphuber, Leiter der Abteilung Pflanzenproduktion in der oö. Landwirtschaftskammer: „Erosion kann dem Bauern nicht wurst sein!“ Ein Millimeter Bodenverlust bedeute 15 Tonnen weniger Erde pro Hektar.
Bodenschutz-Maßnahmen. Die Landwirtschaft setzt auf Bodenschutzberatung. Risikokulturen sind Mais und Rübe – sie haben in unserem Bundesland etwa 18 Prozent Anteil an der Gesamt-Ackerlfläche. Das sei relativ wenig, heißt es im Büro von Landesrat Hiegelsberger. Maßnahmen zur Erhaltung gesunder Böden sind eine ausgewogene Fruchtfolge, Winterungen (Wintergetreide), ganzjährige Bodenbedeckung (Grünpflanzen stehen über den Winter), eine Anbaurichtung quer gegen den Hang und Getreide-Streifen im Maisfeld, weil dies die Fließgeschwindigkeit des Wassers verringert. Durch das Umweltprogramm ÖPUL wurden außerdem 253.000 Hektar Ackerfläche in Grünland umgewandelt. Gegen die Wolkenbrüche der letzten Wochen sei man aber machtlos. Wenn es binnen zehn Minuten 50 Liter pro Quadratmeter regnet, sind das pro Hektar 500 Tonnen Wasser! Mauthausen erreichte mit 91 Litern – ein Achtel der durchschnittlichen Jahresmenge – den Rekordwert.