Bei vielen Fragen von Kleinkindern ist es schwierig, als Erwachsener eine vernünftige Antwort zusammenzubringen. Häufig beginnt es einfach. Sohn: „Warum fahren wir ins Museum?“ Ich: „Weil wir dort tolle Sachen ausprobieren können.“ S: „Warum fahren wir nicht ins Freibad?“ I: „Weil es regnet.“ S: „Wieso regnet es jetzt?“ I: „Weil die Wolken so dunkel sind.“ S: „Warum?“ I: „Weil, hm, weil das manchmal einfach so ist.“ Ich bin schnell auf der dogmatischen Seite, manchmal sage ich auch Sätze wie: „Weil der liebe Gott ...“ Die Arbeit im kirchlichen Umfeld prägt halt doch. Für die Tochter stellt sich das Wolken-Regen-Problem unterdessen komplett anders dar. Freudig zeigt sie auf die dunklen Wolken, sie hofft auf Blitz und Donner: „Gewitter“, sagt sie lachend. Ich schüttle den Kopf und antworte: „Nein, nur Regen, kein Gewitter.“ Sie überlegt kurz, und ich spekuliere damit, dass meine Tochter mit nicht einmal zwei Jahren auch schon ihre erste Warumfrage stellt. Das wäre früh, denke ich mir noch, als sie bereits ihren Körper anspannt und schreit: „Papa, Gewitter!“ Ich: „Nein, ist es nicht.“ Sie jetzt noch lauter: „GEWITTER“. Ich versuche es diplomatisch: „Na ja, vielleicht wird es noch zu einem Gewitter“, was so halbwegs akzeptiert wird. Und manche Leute glauben ernsthaft, dass kleine Kinder ihre Eltern für allwissend halten und ihnen alles glauben.