„Früh übt sich“, dachte sich Florian Michael Birklbauer, der mit fünf Jahren anfing Klavier zu spielen. Heute ist der begeisterte Musiker 14 Jahre alt und Organist der Pfarre Hofkirchen im Traunkreis. Zu seinem Repertoire gehören Klassik, moderne Stücke und Eigenkompositionen. Kostproben kann man sich auf Youtube anhören.
Wie kamst du zum Orgelspielen? Florian Michael Birklbauer: Bei Schulgottesdiensten hat mich meine Lehrerin gefragt, ob ich Klavierstücke auf der Orgel spielen kann. Wenn man das Klavierspielen schon kann, ist es nicht mehr schwierig. Die Füße muss man halt dazulernen und Register ziehen.
Wer ist dein Orgellehrer? Seit zwei Jahren nehme ich Orgelunterricht. Ich habe Privatunterricht bei Herrn Lauber, einem tollen Lehrer. Er gibt mir meist klassische Stücke auf. Die modernen bringe ich mir selbst bei. Die Kirchenliedernoten haben wir in der Kirche und die kann man sich kopieren. Die Messe stellt meistens meine Mama zusammen, denn sie ist Theologin. Sie spricht sich mit dem Pfarrer ab.
Wie oft hast du Auftritte? Einmal im Monat bin ich in der Kirche Organist und manchmal spiele ich Konzerte. Einmal habe ich beispielsweise beim Adventmarkt gespielt oder auch am Ostersonntag.
Bist du der einzige Organist in eurer Pfarre? Wir sind zu viert. Drei Organistinnen und ich. Wir wechseln uns ab, sodass jeder einmal im Monat an der Reihe ist. Bei uns in der Pfarre gibt es Organisten aus allen Altersgruppen. Ich finde es super, dass sie mich sozusagen in den Kreis aufgenommen haben. Dass ich jetzt öfter Orgel spielen darf, hat eine der Organistinnen eingefädelt.
Wann hört man wieder von dir? Bei meinem Konzert am 16. September in der Pfarrkirche Hofkirchen im Traunkreis. Dort spiele ich klassische und moderne Stücke. Außerdem werde ich Eigenkompositionen vortragen. Derzeit existieren die Noten dafür nur in meinem Kopf. Aber ich schreibe sie nieder, sobald ich mir dafür ein Programm aus dem Internet heruntergeladen habe. Das hätte ich schon gerne digital. Das Konzert spiele ich alleine. Zwischendurch werden Texte gelesen und das Projekt „Licht für blinde Advasi-Kinder“ wird vorgestellt. Die freiwilligen Spenden für das Konzert werden in dieses Projekt fließen. (Siehe Information unten.) Was machst du in deiner Freizeit? Orgel spielen. Klavier spielen. Bis auf Sport mache ich fast alles. Nicht durch das Orgelspielen bekomme ich Stress, sondern durch das Lernen.
Welche Musik hörst du? Ich höre nicht so oft Musik. Wenn ich Musik höre, sind das meist Stücke, die ich auf der Orgel spielen möchte. Die horche ich mir dann ein paar Mal an, damit ich sie im Ohr habe. Radiohören gefällt mir auch. Konzerte interessieren mich besonders. Bei Orgelkonzerten in der Nähe bin ich häufig anzutreffen.
Bist du nervös bei deinen Auftritten? Großteils schon. Aber es wird schon besser. In der Kirche bin ich fast gar nicht mehr nervös, bei den Konzerten schon noch ein bisschen.
Was ist schwierig beim Orgel spielen? Das kann ich nicht beurteilen. Sobald man es kann, gibt es nichts, das schwierig ist. Es existieren schon schwierigere Stücke, aber nach einer Zeit hat man die auch gelernt.
Erreicht man die Pedale leicht? Man übt halt und irgendwann hat man es im Gefühl. Am Anfang schaut man hinunter zu den Pedalen, dann weiß man den Abstand. Ich schaue nur mehr hin und wieder hinunter. Die Noten kennt man auch nach einer Zeit. Früher hat mein Papa die Register für mich gezogen. Mit den Füßen habe ich die Pedale gerade erreicht. Jetzt erwische ich alles problemlos.
Was möchtest du später einmal werden? Keine Ahnung. Organist (lacht), na gut, das bin ich eh schon. Momentan habe ich keinen Traumberuf.
In welche Schule gehst du? Ins BRG Enns. Ich bin im naturwissenschaftlichen Zweig und komme im Herbst in die Oberstufe.
Verrätst du einen Geheimtipp, wie man auf der Orgel ein Profi werden kann? Viel üben! (lacht) Wie viel übst du? Das ist unterschiedlich. Wenn ich am Wochenende eine Messe habe, dann spiele ich schon oft zwei Stunden pro Tag. Dafür ein anderes Mal wieder gar nicht. Die Orgelstücke übe ich in der Kirche. Meine Eltern hören mir oft zu oder meine Cousine kommt mit.
Projekt „Licht für blinde Advasi-Kinder“
Extreme Armut, Unterernährung, mangelnde Hygiene und schlechte medizinische Versorgung sind die Gründe für die hohe Anzahl an blinden Kindern in Ranchi, Indien. Die Missionsschwestern „Königin der Apostel“ beschaffen spezielle Lehrbehelfe für die blinden Kinder, errichten Räumlichkeiten für den Unterricht und sind meist zuständig für den täglichen Unterhalt. Erst kürzlich wurde mit dem Bau eines Internates für blinde Kinder begonnen. Nähere Infos zum Projekt gibt es beim Benefizkonzert am Sonntag, 16. September 2012, 17 Uhr in der Pfarrkirche Hofkirchen im Traunkreis.