Salzburger Festspiele: „Ouverture spirituelle“ soll auch 2013 Kultur und Religion ins Gespräch bringen: Der Stardirigent Franz Welser-Möst warnt im Rahmen einer Gesprächsrunde zur Eröffnung der Salzburger Festspiele vor „kultureller Kraftlosigkeit“.
Ausgabe: 2012/31, Stardirigent, Franz Welser-Möst, Gottesbeziehung, Ouverture spirituelle, Disputationes
Auf eine musikalisch-spirituelle Zeitreise hat der Stardirigent Franz Welser-Möst das Publikum bei den Salzburger Festspielen mitgenommen: Spielte die Gottesbeziehung für Musiker wie Johann Sebastian Bach, aber auch Wolfgang Amadeus Mozart noch eine ganz selbstverständliche Rolle auch in ihrem künstlerischen Schaffen, so müsse man heute einen auch in der Kunst um sich greifenden Atheismus konstatieren. Dieser führe zu einer „fortschreitenden kulturellen Degeneration“ und lasse eine „große Ratlosigkeit“ zurück, hinter der sich eine „gefährliche kulturelle Kraftlosigkeit“ verberge, so Welser-Möst am vergangenen Mittwoch im Rahmen einer Gesprächsrunde zur Eröffnung der Salzburger Festspiele. Welser-Möst bekannte sich zugleich zu einem hohen Maß an persönlicher Spiritualität. Er könne und wolle „bei aller Wissbegierde nicht ohne das Geheimnis leben“.
Ouverture spirituelle. Der Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper diskutierte in Salzburg im Rahmen der den Festspielen vorausgegangenen „Ouverture spirituelle“, die große Werke der Kirchenmusik ebenso im Repertoire hatte wie drei hochkarätige Podiumsgespräche („Disputationes“) über Kultur und Religion. U. a. diskutierte im Rahmen dieser Reihe bereits Kardinal Christoph Schönborn mit dem New Yorker Rabbi Arthur Schneier.
Dialog. Festspiel-Intendant Alexander Pereira unterstrich zum Abschluss der diesjährigen „Disputationes“ seine Entschlossenheit, auch in den kommenden Jahren an einer „Ouverture spirituelle“ festhalten zu wollen, um so den Dialog zwischen Kultur und Religion fortzuführen. Nach dem Judentum, dem heuer ein besonderer Schwerpunkt galt, wird im kommenden Jahr der Buddhismus und seine Beziehung zur christlich geprägten Kultur im Mittelpunkt der Salzburger „Disputationes“ stehen. Veranstalter werden auch im kommenden Jahr die Salzburger Festspiele und das „Herbert Batliner Europa-Institut“ unter Leitung von Erhard Busek sein.