Im Bezirk Freistadt entsteht das größte Sonnenstrom-Kraftwerk Österreichs. Bis 15. November des heurigen Jahres werden die Arbeiten abgeschlossen sein. Das heißt: Auf etwa 100 Dächern werden auf 15.000 Quadratmeter Photovoltaik-Anlagen montiert sein.
Ing. Norbert Miesenberger, Geschäftsführer der Helios Sonnenstrom GmbH, die mit sehr viel innovativen Ideen dieses nachhaltige Projekt betreibt, nennt einen wichtigen Grund für den großen Zuspruch, den die Ausstattung mit Sonnenstrom-Anlagen erfährt: „Die Bevölkerung nimmt die Energie als Friedensenergie wahr.“ Eine wesentliche Rolle spielen auch der Gedanke der Unabhängigkeit und der Eigenversorgung. Ein ganz wichtiger Effekt ist, dass die Wertschöpfung zum größten Teil – sieben Millionen Euro – in der Region entsteht.
Sonnenbausteine. In mehreren Bürgerversammlungen im Bezirk Freistadt wurden die Menschen über die zwei Möglichkeiten, sich am Solar-Energie-Projekt zu beteiligen, informiert: Als Darlehensgeber und als Dachflächen-Vermieter. Bereits 340 Menschen haben insgesamt etwa 4800 Sonnenbausteine à 500 Euro gekauft. Ihnen ist eine jährliche Verzinsung von 3,3 Prozent auf das aushaftende Darlehen – Laufzeit 15 Jahre – garantiert, wobei jedes Jahr ein Fünfzehntel des eingesetzten Kapitals und der Zinserlös ausbezahlt werden. Durch die große Zahl derer, die Sonnenbausteine erworben haben, sind schon fast drei Viertel des gesamten Kapitalbedarfs aufgebracht. Aber noch sind Beteiligungen möglich. – Helios ist außerdem zuversichtlich, dass im nächsten Jahr eine weitere Etappe im Sonnenstrom-Projekt begonnen werden kann.
100 Dächer. Dachflächen sind genauso begehrt wie die finanzielle Beteiligung. Nicht jede Dachfläche ist geeignet, es braucht eine entsprechende Südneigung und gute Sonneneinstrahlung. Etwa 100 Dachflächen – vor allem auf öffentlichen bzw. auf Firmen-Gebäuden – in 19 Gemeinden sind für dieses Projekt ausgewählt. Auf 45 sind die Anlagen schon montiert. Drei Montage-Trupps sind ständig im Einsatz. Die Dachflächen-Vermieter können zwischen zwei Varianten der Vermietungsdauer (13 bzw. 20 Jahre) und des dazugehörenden Leistungs-Pakets auswählen. Allen gemeinsam ist, dass es keine Errichtungs- und Wartungskosten während der vertraglichen Laufzeit gibt. Nach Vertragsablauf geht die Photovoltaik-Anlage in das Eigentum des Dachbesitzers über.
Zwei Megawatt. Die 100 Anlagen werden zwei Megawatt Strom produzieren, was für 600 durchschnittliche Haushalte reicht. Es entspricht der Leistung von einem Windrad. Photovoltaik-Anlagen sind unkompliziert, haben 25 Jahre Garantie auf 80 Prozent Wirkungsgrad und sind störungsfrei. Selbst faustgroßen Hagelkörnern, die mit einer Geschwindigkeit von 130 km/h auftreffen, halten die Anlagen stand. Die Technologie wird gefördert, wobei die Förderungs-Zusage für das Jahr 2013 geringer ausfallen wird als für heuer – da der Einspeis-Tarif pro Kilowattstunde zwischen 23 bis 29 Cent liegt.
Erhöhung des Selbstversorgungsgrades. Die beiden Geschäftsführer von Helios, DI Dr. Martin Fleischanderl und Ing. Norbert Miesenberger, sprechen von „enkeltauglichen Energieprojekten“, krisensicherer Versorgung und Erhöhung des Energie-Selbstversorgungsgrades im Bezirk Freistadt. Der liegt derzeit schon über 40 Prozent.