Ein klares gesellschaftliches Bekenntnis zu Menschen mit Down-Syndrom fordert die „Aktion Leben“. Mit neuen Bluttests für Schwangere läßt sich bei ungeborenen Kindern das Down-Syndrom erkennen.
„Menschen mit Down-Syndrom sind keine Bedrohung, die man möglichst früh erkennen und beseitigen muss“, betonte „Aktion Leben“-Generalsekretärin Martina Kronthaler. Bei dem neuen Bluttest gehe es darum, Menschen mit Down-Syndrom „aufzuspüren und auszusortieren“, so Kronthaler: „Das ist eine unmenschliche Entwicklung. Wir müssen ein Klima schaffen, in der Kinder mit Down-Syndrom selbstverständliche und willkommene Mitglieder unserer Gesellschaft sind.“
Beratungsstellen. Die „Aktion Leben“ warnt davor, dass der Test Eltern unter Druck setze. „Gerade in so einer Situation werden sie oft alleine gelassen. Wir fordern daher einen verpflichtenden Hinweis auf spezialisierte Beratungsstellen, wo sich Eltern umfassend und qualifiziert informieren können“, sagte Kronthaler. Ziel müsse sein, dass Kinder mit Down-Syndrom ein selbständiges, ihren Fähigkeiten entsprechendes Leben führen können.
Kritik. Der molekulargenetische Test wird in Kürze in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und in der Schweiz auf den Markt kommen. Er erfülle „vollständig die gesetzlichen Vorgaben“ und könne daher „baldmöglichst“ Schwangeren ab der zwölften Schwangerschaftswoche angeboten werden, erklärte die deutsche Herstellerfirma kürzlich in Konstanz. Kritiker aus Behindertenverbänden und Kirchen befürchten, der Test diene allein dazu, behinderte Kinder abzutreiben. So warnte etwa der Vorsitzende der Bioethik-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gebhard Fürst, vor den drohenden ethischen und gesellschaftlichen Folgen des Bluttests. Mit dem neuen Down-Syndrom-Bluttest werde die Schwelle „zur gezielten Aussonderung unerwünschter Menschen massiv gesenkt“.