Wild gewordene Hyänen, Kängurus und Leoparden – der Sommerschlussverkauf ist manchmal schlimmer als ein Badeteich mit Krokodilen.
Ausgabe: unter uns, jagdinstinkt, schnäppchenjagd, sommerschlussverkauf, unterhaltung, zeit im bild, 32/2012
08.08.2012
- Elisabeth Hiesmayr
Gut getarnt zwischen Leoprint-Leggins und Bikinis im Zebralook tümmeln sich einkaufswütige Abverkaufs-Hyänen. Nicht zu vergessen: Auch Kängurus mit riesigen Einkaufsbeuteln sind keine Seltenheit. „Taschen vollstopfen“ lautet ihr Motto. Eine Gemeinsamkeit hat die (zumeist weibliche) Wildtierbande: „Sale-Schildchen“ sind kein rotes Tuch, sondern ein Magnet für sie. Stoßzähne, Krallen und Giftstachel werden ausgefahren, um bei der Schnäppchenjagd erfolgreich zu sein. Die Tiere müssen so lange jagen, bis der Heißhunger gestillt ist. Kommt die Hyäne am Wühltisch an, dann fliegen die Fetzen. Vorher kostete das Stofffetzchen noch ganze 10 Euro, jetzt nur mehr 9. In der Umkleidekabine stellt die Hyäne fest, dass das Teil zwar absolut nicht gut an ihr aussieht. Allerdings ist es so billig, dass sie es mitnehmen muss. Wenn man bedenkt, wie viele wild gewordene Hyänen, Kängurus und Leoparden sich in den Einkaufsläden von Mai bis August wie Aasgeier auf die „Sommerschlussverkaufs-Artikel“ stürzen, dann ist man wohl in einem Badeteich mit Krokodilen und weißen Haien sicherer aufgehoben. Apropos „Sommerschlussverkauf“ – warum beginnt dieser bereits, bevor der Sommer überhaupt angefangen hat?! Vermutlich, um einen nahtlosen Übergang zum Winterschlussverkauf im September zu gewähren.