Die Studentin Bettina Zangl ist die zweite Österreicherin, die sich im Zuge des „Ökumenischen Begleitprogramms in Palästina und Israel“ (EAPPI) für Frieden in der Region stark macht.
Ausgabe: 2012/33, kopf der woche, bettina zangl, eappi, meinung, menschen
Durch ihr Studium der Internationalen Entwicklung in Wien mit dem Schwerpunkt Naher Osten nahm das Interesse Bettina Zangls an dieser Gegend mehr und mehr zu und lenkte ihren Blick auch auf den Konflikt zwischen Israel und Palästina. Der dreimonatige EAPPI-Einsatz im Westjordanland mit dem Ziel, die Menschen in Palästina und Israel in ihrem gewaltlosen Einsatz für Frieden und zur Beendigung der Besetzung zu begleiten, waren für sie sehr lehrreich. Die israelische Sperrmauer, die Israel vom Westjordanland trennt, geht oft mitten durch palästinensische Dörfer oder schließt sie ein. So etwa die Stadt Tulkarem, wo Bettina Zangl auch tätig war. „Viele Landwirtschaftsflächen der Bauern befinden sich jenseits der Mauer. Um ihre Felder bewirtschaften zu können, müssen sie erst die israelischen Checkpoints passieren. Dafür brauchen sie eine Genehmigung, die in letzter Zeit immer weniger ausgestellt wird. Die Bewegungsfreiheit der Menschen ist extrem eingeschränkt“, sagt die 25-jährige Steirerin aus Ranten. Eine ihrer Aufgaben war, bei den Checkpoints darauf zu achten, dass es zu keinen Menschenrechtsverletzungen kam.
Friedensarbeit. „Die Besetzung verstößt gegen das Völkerrecht und zermürbt sowohl das palästinensische als auch das israelische Volk. Durch die Mauer kommen die Leute nicht in Kontakt. Wenn Menschen nicht miteinander sprechen, werden Feindbilder geschaffen. So kann es dort keinen Frieden geben“, sagt Bettina Zangl, die derzeit dabei ist, ihr Studium abzuschließen. In Zukunft möchte sich die Steirerin auch beruflich in der Friedensarbeit engagieren. Vom EAPPI-Programm, das 2002 vom Ökumenischen Rat der Kirchen ins Leben gerufen wurde, ist sie begeistert. In Österreich wird das Friedensprojekt seit 2009 von Pax Christi Österreich, der Diakonie Auslandshilfe und dem Internationalen Versöhnungsbund koordiniert.
www.eappi.org