Autostopp-Reisen sind die große Leidenschaft von Johann Grabner. Auch im heurigen Sommer trampte der 57-jährige Schuldirektor wieder auf diese Weise nach England. Ein besonderes Augenmerk schenkt Johann Grabner dabei den englischen Gotteshäusern, die neue Wege gehen, um Geld aufzutreiben.
Ausgabe: 34/2012, johann grabner, menschen, autostopp, reise, oberösterreich, england, anglikanische kirche
21.08.2012
- Paul Stütz
Bereits in seinen Jugendjahren ist Johann Grabner durch Europa getrampt, vorwiegend nach Syrien und die Türkei. Als er Familienvater wurde, war damit vorerst für längere Zeit Schluss. „Mit 50, als meine Tochter dann erwachsen war, habe ich mir gedacht, dass ich meine Autostopp-Reisen wiederbeleben kann“, erzählt Johann Grabner. Mittlerweile ist der 57-jährige sieben Mal nach England getrampt und freut sich jedes Mal über die interessanten Kontakte und Gespräche während der Reise. In seinem Alter ist er auf den Autobahnraststätten und Parkplätzen der einzige Autostopper weit und breit. „Ich bin ein Dinosaurier“, lacht der 57-jährige Linzer. Dabei muss Johann Grabner meistens nicht lange warten bis ihn jemand mitnimmt. „Die Reaktionen sind durchwegs positiv“, sagt er.
Auf Luxus kann Johann Grabner bei seinen Urlaubsreisen gerne verzichten. So schläft der Linzer nicht nur in Hotels sondern manchmal auch in LKWs oder gar im Schlafsack im Freien.
Café und Kirchenshop in der Kirche. Drei Männer und fünf Frauen haben Johann Grabner bei der heurigen Reise bis nach Liverpool mitgenommen. „Diese Region ist immer eine Reise wert“, erzählt Grabner: „Gerade wegen seiner religiösen Bauten“. Auffallend ist für ihn die spezielle Nutzung der Gotteshäuser, zum Beispiel bei der anglikanischen Kathedrale in Liverpool. Grabner: „Für uns ungewohnt findet man im Innenbereich der Kirche ein Restaurant, ein Café und einen Shop. Empfehlenswert sind Marmeladen und Senf der kircheneigenen Marke“. Sowohl anglikanische als auch katholische Kirche setzen in England auf eine Öffnung der Gotteshäuser, berichtet Grabner. Dazu zählt etwa eine Ausstellung über Justizopfer oder die Feier von Sponsionen in den Kirchenräumen. Positiv sei, dass die Besucher/innen dadurch etwas von der besonderen Atmosphäre der Kirchen mitnehmen können.