Sie kommen aus Guinea, aus Burundi oder aus Afghanistan. 25 Flüchtlinge, die in Österreich auf einen positiven Asylbescheid warten oder bereits Asyl bekommen haben, erzählen in dem Buch „Dorthin kann ich nicht zurück“ ihre jeweils eigenen Geschichten. Renate Sova ist eine der Herausgeber/innen des Werks und unser Kopf der Woche.
Ausgabe: 34/2012, kopf der woche, renate sova, flüchtlingshilfe, buch, herausgeberin
22.08.2012
- Susanne Huber
Acht Jahre hat Renate Sova bereits in Greifenstein gewohnt, bis sie 2008 erstmals ins dort gelegene Flüchtlingshaus des ÖJAB gegangen ist. „Meine Zwillingsschwester Ursula hat mich mitgenommen, sie hat dort ehrenamtlich Deutschkurse für Flüchtlinge angeboten. Das habe ich dann auch gemacht – eine unglaublich beglückende Aufgabe“, sagt die diplomierte Sonderschulpädagogin und systemische Sozial- und Bildungsmanagerin. Gemeinsam mit ihrer Schwester und Folgert Duit ist 2010 die Idee entstanden, ein Buch über Flüchtlingsgeschichten herauszugeben. „Wir sind alle drei im Flüchtlingshaus engagiert, und im ständigen Kontakt mit den Asylwerbern haben wir gemerkt, dass viele von ihnen großes Interesse daran haben, öffentlich ihre Geschichten zu erzählen. Co-Autoren haben die Erzählungen dann aufgeschrieben“, so Renate Sova.
Vielfalt. Das Buch soll zum einen helfen, Vorurteile gegenüber Flüchtlingen abzubauen. Zum anderen soll die Vielfalt von Menschen aufgezeigt werden, die Persönliches von ihrem Leben erzählen. „Es sind berührende Geschichten, die von Liebe, von Angst, von Gewalt, von Kindheitserfahrungen, von Freundschaften handeln. Und plötzlich passiert diesen Leuten auf ihrem Lebensweg Tragisches, das sie zwingt, ihre Heimat zu verlassen. Für mich sind das besonders starke Menschen“, sagt die Wienerin. Von 1994 bis 1997 war Renate Sova als Menschenrechtsbeobachterin in Guatemala tätig und hat dort bereits mit Flüchtlingen gearbeitet – „eine einschneidende Erfahrung, die meinem Leben grundlegend eine entwicklungspolitische Richtung gegeben hat.“