Junge Menschen brauchen heute dringender denn je ein soziales Lernfeld, um Solidarität und Menschlichkeit wach zu halten. Caritas-Direktor Mathias Mühlberger zur Debatte um Abschaffung der Wehrpflicht.
Sollte die Wehrpflicht abgeschafft werden, brauchen wir dringend eine tragfähige Ersatzlösung für den Zivildienst. Und das nicht nur für die Arbeit in den Sozialorganisationen, sondern auch im Interesse der Gesellschaft. Denn junge Menschen von heute brauchen dringender denn je ein soziales Lernfeld, um Solidarität und Menschlichkeit wach zu halten. Ein sozialer Ersatzdienst muss aber auf freiwilliger Basis organisiert sein und außerdem ein entsprechendes Auswahlverfahren beinhalten. Eine Verpflichtung wäre im Sozialbereich keine Lösung, weil nicht jeder die erforderlichen Voraussetzungen mitbringt. Der Sozialdienst müsste so gestaltet sein, dass er für junge Frauen und Männer wirklich attraktiv ist. Dafür braucht es auch ordentliche Rahmenbedingungen, wie etwa die volle Einbindung in die Sozialversicherung und die Gewährung eines Taschengeldes.