In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
Die abschlossene Reihe "alt & kostbar" finden sie hier.
Ein Taufbaum, eine Totenbildertafel, die Kreuze zwischen den Kreuzwegbildern, eine Orgelattrappe, aufgeklebte Infozettel beim Eingang, im hinteren Bereich einige Bankreihen: All das wurde entfernt, um die gotische Substanz sichtbar zu machen, die schlicht beeindruckend ist. Das war eine der Intentionen der Restaurierung und Neugestaltung in der Pfarrkirche Hl. Ägidius in Schenkenfelden – und im Jahr 2024 der Auftrag an Thomas Kluckner und Sarah Decristoforo: Die beiden Künstler nahmen daher zarte, subtile Eingriffe vor, die nun die Architektur zeigen und den Menschen, die heute hier leben und feiern bzw. verabschiedet werden, mehr Raum geben.
Der Prozess wurde von Martina Gelsinger vom Fachbereich Kunst und von Leonie Griesmann vom Team kirchliches Bauen begleitet, Pfarrmitglieder brachten sich in den unterschiedlichsten Funktionen tatkräftig ein.
Unter der Empore wurden drei Bankblöcke entfernt, dadurch entstand ein Freiraum für die Wandgestaltung. Links wurde ein Ort zum Totengedenken geschaffen, bei dem auch mittig Kerzen entzündet werden können. Rechts ist eine geschwungene Linie unter dem Annarelief aus dem Jahr 1525 gestaltet worden: Auf dem Taufband haben die Taufbildchen Platz – Tod und Leben sind hier an der hinteren Wand vereint.
Zwischen den beiden Orten führen ein paar Stufen in den Aufbahrungsraum hinauf, der neu gestaltet wurde. Er ist auch von außen begehbar. Eine horizontale Wortfolge wurde in die Stirnwand integriert. Lediglich durch Licht- und Schattenwirkung werden die Worte „Gedanken“, „Stille“, „Umarmen“, „Blätter“, „Erinnerung“, „Licht“ sichtbar, die zentrale Themen wie Abschied, Vergänglichkeit, Trost und Frieden aufgreifen. Ein drehbarer Glaseinsatz im Schachtfenster von Ocker bis Blau erinnert vom Farbverlauf her an einen Sonnenauf- und -untergang. Ein Kreuz, zwei Kerzenleuchter und ein Weihwasserbehälter ergänzen die Gestaltung. Der Raum wurde neu ausgerichtet, die Ölberggruppe in den nördlichen Choranbau verlegt und beeindruckend in Szene gesetzt. Aufbahrungsraum und Hauptraum der Kirche wurden durch eine neu gezogene Achse verbunden. Neu sind im nordwestlichen Anbau auch die Kinderecke mit Teppich und einem Schriftenstand. Für das Ensemble im Altarraum wurden Teppiche und Sitzauflagen erneuert. Von der Gotik bis zur Gegenwart: Hier hat alles Qualität.
In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
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