Ich empfinde Schultüten als Werbegeschenke von Firmen als Zumutung und würde meinerseits gerne etwas anderes verteilen.
Ausgabe: 2012/39, Werbeartikel, Schulbeginn, Werbung, Schule
26.09.2012
- Christine Grüll
Werbeartikel sind keine Geschenke. Firmen wollen uns manchmal vom Gegenteil überzeugen. Dann präsentieren ihre Vertreter/innen Geschenke und geben sich den Anschein, nur Freude verbreiten zu wollen. Ohne Hintergedanken. Doch ihre Gaben verraten sich selbst. Geschenke tragen gemeinhin nicht so viele Logos.
Stolz tragen die oberösterreichischen Erstklassler/innen ihre Schultüten. Das ist nicht die einzige Freude an ihrem ersten Schultag. Sie erhalten noch eine Schultüte und einen Rucksack, beides gefüllt mit Süßigkeiten und – pardon – Plastikkrempel. Die Gönner sind Unternehmen, darunter Radiostationen, eine Zeitung im Kleinformat mit hoher Auflage und eine mächtige Bank, deren Maskottchen die Artikel sogar im Unterricht verteilen dürfen. Die Firmenlogos prangen unübersehbar auf den Geschenken. Ich frage mich, was diese Unternehmen unseren Kindern mitgeben möchten. Dass Zucker und Plastik erstrebenswert sind? Dass die Kinder auch in Zukunft von den Unternehmen nur Geschenke zu erwarten haben? Ich empfinde diese Werbeartikel als Zumutung und würde meinerseits gerne etwas verteilen. Aufkleber mit dem Hinweis: Werbung in der Schule – nein danke!