Glaube entfremdet nicht von der Welt, er führt mitten in sie hinein. Er bringt einen erst wirklich in Tuchfühlung mit den Belangen des Lebens. Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger.
Einen blinden Menschen, der von sich gesagt hätte: Ich bin froh, das ich blind bin, wird man kaum treffen. Zwar entwickeln Blinde besondere Fähigkeiten, mit denen sie den Mangel ausgleichen können. Trotzdem. Viel würden sie darum geben, sehen zu können. Was Glauben betrifft, so drücken Menschen ihre Augen nur zu gerne zu. Sie verzichten auf eine Fähigkeit, die sie die Welt in ihrer ganzen Tiefe und Schönheit wahrnehmen lässt. Glauben, meinen sie, wäre mit einem Verzicht auf alles Schöne und Gute verbunden – zumindest auf vieles davon, und so auch nicht wirklich alltagstauglich. Das „Jahr des Glaubens“ beginnt. Es kann als Einladung verstanden werden, doch nicht auf das „Augenlicht des Glaubens“ zu verzichten. Glaube entfremdet nicht von der Welt, er führt mitten in sie hinein, bringt einen erst wirklich in Tuchfühlung mit den Belangen des Lebens. Im Jahr des Glaubens bietet auch die KirchenZeitung Inhalte, die das Auge des Glaubens schärfen können – demnächst schon mit der Reihe „seelenstark – Leben gewinnen mit Teresa von Avila“. Es sind Beiträge wider die Blindheit, die nur an das Vordergründige glaubt.