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Die „digitale Nabelschnur“

Zehn Jahre Smartphone hat die Kommunikation verändert
Ausgabe: 15/2017
11.04.2017
- Albert A. Feldkircher
Ob Skype, SMS, WhatsApp, Facebook, Twitter – wir können innerhalb von Sekunden mit Menschen verbunden sein, egal wo sie gerade sind. Das ist schön und eröffnet uns viele Möglichkeiten. Die Bereitschaft hingegen, jederzeit erreichbar zu sein, kann uns einengen und zum Sklaven der Technik machen. 

Warum wir uns vernetzen


Digitale Vernetzungsmedien geben uns ein Versprechen: Du bist nicht allein. Sie versprechen uns, die fundamentale Einsamkeit der Moderne zu überwinden. An die Stelle konventioneller Familien treten zunehmend selbst gewählte Medienfamilien – digitale Kreise, denen man sich zugehörig fühlt und mit denen man virtuell verbunden ist. Ein klassisches Beispiel ist Facebook mit den „friends“ die man liken kann.
Wenn Menschen an den (inzwischen unsichtbaren) Telefonkabeln hängen wie Babys an der Nabelschnur, so ist dies im wahrsten Sinne psycho-logisch, also eine logische Konsequenz des seelischen Bedürfnisses nach Zugehörigkeit. Was früher die (Groß-)Familie bzw. die Sippe oder die Glaubensgemeinde abgedeckt hat, wird heute vielfach durch virtuelle Netze ersetzt. Wenn man das so betrachtet – eine bedenkliche Entwicklung.

Die gute Seite


Smartphones helfen uns, den Alltag zu bewältigen, bieten uns Möglichkeiten, schnell und unkompliziert mit Familienangehörigen, Freunden und Verwandten in Kontakt zu treten. Auch können sie ein guter Partner sein, wenn es um Ablenkung geht. Wenn wir rasch Hilfe brauchen, haben sich diese modernen Kommunikationsmittel tausendfach bewährt. In einer Umfrage geben über 40 % der Befragten an, sich ihrem Partner näher zu fühlen, wenn sie über Handy oder online Nachrichten austauschen.

Die Mobilität


Sie ist für die meisten von uns so wichtig geworden, weil sie Lebensqualität verschafft – sofern wir sie unseren Bedürfnissen und Möglichkeiten anpassen. Die modernen Medien können uns dabei sehr behilflich sein.

Handy-freie Zeiten und Zonen


Die Grenze ist da, wo man sie zieht. Ich selbst habe mit meiner Frau Zeiten und Orte vereinbart, wo wir Handy & Co ignorieren:  beim Essen am Tisch zum Beispiel. Und wenn sich einer von uns zum Lesen zurückzieht. Sinnvoll scheint es mir auch, Orte wie z.B. einen Lese- oder Ruheraum – insbesondere das Schlafzimmer – als handyfreie Zone zu erklären. Es geht darum, ein gesundes Maß an Konsum zu finden.  Wie bei allen Dingen gilt: Die Dosis macht das Gift. Und übermäßiger Handy- wie auch Computer- Konsum ist Gift für unsere ­Beziehungen. 

- Bei Fragen und Problemen wenden Sie sich an: Beziehung Leben, Partner-, Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, Tel. 0732/77 36 76.
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