Als Anna Depenbusch 2012 „Sommer aus Papier“ veröffentlichte, war das für mich der Inbegriff vom Norden und von Hamburg, von der Seefahrt, der Liebe, deren Abwesenheit und der Freiheit. Es war die geniale Verschränkung von Chanson meets Pop. Mit „Das Alphabet der Anna Depenbusch“ führt sie leichtfüßig und tänzerisch weiter, was bereits mit „Die Mathematik der Anna Depenbusch“ ihren Anfang gefunden hat. „Fürimmersekunde“ geht über vor Glücksgefühl und die Depenbusch feiert die Leichtigkeit des Seins zu zweit. Der Titelsong „Alphabet“ wähnt die 1960er Jahre direkt um die Ecke, hat letztlich aber zu viel von allem und überbordet – sich anzufreunden fällt schwer. Als Schatulle voller Alltagsweisheiten entpuppt sich „Immer wenn“ und wird zum persönlichen Lieblingssong auserkoren: Wenn gebrochene Herzen eine Schönheit besitzen und ein Meer voller Tränen Tiefgang hat, dann sind „Schönste Melodie“, „Liebe kaputt“ und „Du und die Nacht“ die Lieder dazu. Das zarte, elegische, beinah unscheinbare „Wieder Winter“ setzt den Schlusspunkt eines Albums prall gefüllt mit Gefühlen, wie eine Schachtel voll Pralinen.
Bewertung: vier von fünf Sternen
- Anna Depenbusch – Das Alphabet der Anna Depenbusch (Sony Music)