Die TV-Serie „Schlosshotel Orth“ hat es endgültig berühmt gemacht – jenes malerisch gelegene Schloss bei Gmunden. Dass es auch Schauplatz trauriger Geschichte ist, ist wenig bekannt.
Das Schloss war Sitz des Oberösterreichischen Statthalters Graf Adam von Herberstorff, bekannt für seine Grausamkeit gegen die aufständischen Bauern. Das „Frankenburger Würfelspiel“ war seine Erfindung. Im Zuge der Bauernkriege wurde aber Schloss Orth, Sitz des gehassten Statthalters, in Brand gesteckt. An dieser geschichtsträchtigen Stätte feierten auf Initiative der Pfarre Gmunden-Ort die evangelische und katholische Kirche von Gmunden und Umgebung am 27. Jänner 2013 ein ökumenisches Gebet. Auch Diözesanbsichof Ludwig Schwarz war zu Gast. „In der Zeit der Bauernkriege haben nicht Katholiken gewonnen und Evangelische verloren. Hier hat unser gemeinsamer Glaube an Jesus Christus verloren“, betonte der evangelische Pfarrer Martin Eickhoff in seiner Anprache. Franz Trinkfaß katholischer Pfarrer von Gmunden-Ort, zu dessen Pfarre die Kapelle im Seeschloss gehört, erklärte: „Dass Katholiken und Protestanten heute aufeinander mit Gewalt losgehen, ist unvorstellbar. Die Wurzel der Sünde, dass es uns mehr um das Durchsetzen eigener Ziele als um die Sache Jesu geht – dieses Muster bleibt immer wieder unaufgespürt. Gott für nichtchristliches Verhalten in Geschichte und Gegenwart um Vergebung zu bitten, ist bleibend aktuell.“