12. März 1938. Hitler hält gegen 20 Uhr am Rathausbalkon in Linz eine Rede, die „ungeheuren Beifall“ findet. Der neue Präsident des evangelischen Oberkirchenrates, Robert Kauer, freut sich „im Namen der mehr als 350.000 evangelischen Deutschen in Österreich“ und nennt Hitler „Retter aus fünf-jähriger schwerster Not“.
13. März 1938, ein Sonntag. Der Ministerrat unter Kanzler Seyß-Inquart verabschiedet das Anschlussgesetz. Bundespräsident Miklas verweigert zunächst seine Unterschrift, gibt dann doch nach und tritt zurück.
Kardinal Innitzer ruft die Katholiken der Erzdiözese Wien auf, „Am Sonntag, 13. März, zu beten, um Gott dem Herrn zu danken für den unblutigen Verlauf der großen politischen Umwälzung und um eine glückliche Zukunft für Österreich zu bitten. Selbstverständlich möge allen Anordnungen der Behörden gerne und willig Folge geleistet werden“.
13./14. März 1938. Hitler bleibt zwei Tage im Hotel Weinzinger in Linz. In Österreich werden Repräsentanten des Ständestaates, prominente jüdische Persönlichkeiten und die Führer der Linken verhaftet. In den ersten sechs Wochen werden zwischen 50.000 und 76.000 Menschen inhaftiert.
15. März 1938. Hitler hält am Wiener Heldenplatz vor mehr als 100.000 Menschen eine Rede. „Ich kann somit in dieser Stunde dem deutschen Volke die größte Vollzugsmeldung abstatten – den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich!“
Nächster Teil der Serie:Juden dürfen nicht abstimmen!