13. März 1938. Der aus Schwarzenberg im Mühlviertel stammende P. Cyrill Fischer, einer der frühen Mahner gegen den Nationalsozialismus, flieht nach Ungarn. Dort kann er etwa zwei Monate bei franziskanischen Mitbrüdern bleiben, dann muss er weiter fliehen.
16. März 1938. Die Bundesregierung veröffentlicht die Verordnung über die Durchführung einer Volksabstimmung am 10. April. „Ausgenommen vom Stimmrecht ist, wer Jude ist oder als Jude gilt.“
Gegen 22 Uhr erscheinen zwei Männer der Sturmabteilung vor dem Haus von Egon Friedell in der Gentzgasse 7 in Wien. Friedell fürchtet, dass sie nun ihn, den „Jud' Friedell“ holen, und nimmt sich das Leben, indem er aus einem Fenster im dritten Stock springt. – Die Verfolgung durch die Nationalsozialisten treibt viele in den Suizid. Auch von der Linzer Industriellenfamilie Spitz, die zu den ersten Opfern der „Arisierungen“ zählt, begehen mehrere Angehörige Selbstmord.
Gegen Abend erreicht das Infanterieregiment Nr. 14, das am 12. März von Konstanz kommend die Kaserne Bregenz besetzt hat, Feldkirch.
17. März 1938. Die Reichsmarkwährung wird in Österreich eingeführt. Über die Wiener Austria wird die vorläufige Sperre des Vereins verhängt. Jüdischen Spielern ist jede sportliche Tätigkeit untersagt, jüdische Vereine werden aufgelöst, sie dürfen nur im Verein „Maccabi“ untereinander sporteln.
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