18. März 1938. Österreichs Bischöfe verabschieden bei einer außerordentlichen Bischofskonferenz die „Feierliche Erklärung“ zu der für 10. April geplanten Volksabstimmung. Sie rufen die Gläubigen auf, sich „als Deutsche zum Deutschen Reich“ zu bekennen. 26. März 1938. Göring verkündet bei einer öffentlichen Kundgebung in Wien die ersten antijüdischen Maßnahmen.
27. März 1938. Die „Feierliche Erklärung“ wird in ganz Österreich von den Kanzeln verlesen. Der große Theologe Ferdinand Klostermann erinnert sich 1980, dass er empört über den Text war: „Besonders ärgerlich wurde das ‚Heil Hitler‘ Kardinal Innitzers empfunden, das dann lange auf allen Plakatsäulen zu lesen war. Als ich die Erklärung der Bischöfe auf der Kanzel hatte verlesen müssen – es war im Vorwort von einer nun erfüllten tausendjährigen Sehnsucht des Volkes die Rede –, kam der mit mir befreundete Karl Loidl, Mitglied der oö. Landesregierung, auf mein Zimmer und sagte: ,Das hättet Ihr uns schon früher sagen sollen, dass Ihr Euch auf diesen Gauner (Hitler) schon tausend Jahre gefreut habt, dann hätten wir nicht unsere Familien und uns selbst gefährdet‘.“ (Loidl wird bald darauf verhaftet; Klostermann selbst 1942) 29. März 1938. Gauleiter August Eigruber verkündet unter tosendem Applaus, dass Oberösterreich das Konzentrationslager „für alle österreichischen Volksverräter“ bekommt. (Am 8. August werden die ersten Gefangenen aus dem KZ Dachau nach Mauthausen überstellt.)
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