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Was das Kirchen-Personal kostet

Kirche ist Beziehungssache – und in diesem Sinn personalintensiv. Der Personalaufwand ist der mit Abstand größte Posten im Kirchenbudget. Doch Personal zu bekommen ist zurzeit ein größeres Problem, als es zu bezahlen.
Ausgabe: 2015/11, Kirchen-Personal, Personalkosten, Prinz Gruber-Aichberger
10.03.2015
- Matthäus Fellinger
© Foto Jack Haijes, Weinmeisterstraße 9, 4560 Kirchdorf/Krems, Österreich
„Was mir wirklich Sorge macht“, sagt Diözesanfinanzkammer-Direktor Reinhold Prinz, „ist dies.“ Er schiebt ein Blatt vor sich auf den Tisch mit der von Experten errechneten Statistik über die Bevölkerungsentwicklung bis  2050. Trifft ein, was da in Tabellen dar­gestellt ist, werden in Oberösterreich 2050 rund 620.000 Katholik/innen und 900.000 Nichtkatholiken leben. Das wird eine gewaltige Herausforderung bedeuten. 2014 wurde die Millionengrenze an Katholik/innen unterschritten. „Ein paar Jahre werden wir noch mit stabilen Einnahmen rechnen können, dann wird es schwierig“, meint Prinz.

Der Personalplan


Doch derzeit geht es um die kommenden Jahre. Für 2015 bis 2020 gilt der aktuelle Personalplan. Knapp 82 Prozent des Kirchenbeitrags-Aufkommens stehen als Personalkosten zu Buche. Konkret: Von 82,8 Millionen Euro an Beitragseinnahmen wurden im Jahr 2013 rund 67,6 Millionen Euro in Form von Gehältern und anderen Personalzuwendungen aufgewendet.
Von dieser Summe fielen 19,7 Millionen auf die Besoldung der 519 aktiven Priester sowie auf Priester-Pensionen. 11,4 Millionen wurden an die 205 im Dienst stehenden anderen pastoralen Berufe ausbezahlt. Für das Personal an diözesanen Ämtern, Schulen, Bildungseinrichtungen und Heimen sowie sonstigen Stellen wurden etwa 26 Millionen Euro aufgewendet.   
Während beim Klerus die Kirche auch für die Pensionen aufkommt, also sie bis zum Lebensende besoldet, endet die diözesane Verpflichtung bei Laien mit der Pensionierung. Der bis ins Jahr 2020 bestehende Personalplan ist – so Finanzdirektor Prinz – abgesichert. Der geltende Personalplan, betont auch die Leiterin der Abteilung für Pastorale Berufe, Brigitte Gruber-Aichberger, „sieht de facto keine Kürzungen vor“. Die Entwicklung, der sie mit Sorge entgegensieht, ist diese: „Wenn die älteren Priester, die derzeit noch liturgische und seelsorgliche Dienste leisten, aus Gesundheits- und Altersgründen keine Dienste mehr übernehmen können, werden die Konsequenzen des Personalplanes deutlicher spürbar.“

Personalmangel


Zurzeit geht es also nicht um Personaleinsparungen, sondern eher um das  Gegenteil: „Es wäre schon viel gewonnen, wenn für die vorhandenen Posten genug geeignetes, qualifiziertes Personal gefunden werden könnte“, betont Gruber-Aichberger. Für die offenen Stellen wäre das Geld da.
Der „Personalmangel“ bei Priestern und Laien führte dazu, dass bislang hauptamtlich besetzte Aufgaben ehrenamtlich tätigen Laien übertragen werden, etwa den Seelsorgeteams oder ehrenamtlichen Diakonen. Eine Entwicklung, die Grenzen hat. Damit es zu keinen Überforderungen kommt, wurde eine „Leitlinie Ehrenamt“ erarbeitet. Gruber-Aichberger verweist auf die versuchsweise Anstellung von Pfarrverwaltungspersonen für eine ganze Region. Das soll Entlastung von haupt- und ehrenamtlich wirkenden Klerikern und Laien bringen. Von der Zusammenarbeit über die Pfarrgrenzen hinaus verspricht man sich in der Diözese viel.

Sondersituationen


Von der Diözese Linz werden auch die Gehälter und Pensionszuschüsse für die Seelsorger in den Stiftspfarren bezahlt – und zwar an deren Orden. Schließlich zahlen ja auch die Katholik/innen dieser Pfarren ihren Kirchenbeitrag an die Diözese. Ordenspriester leben ihren Regeln entsprechend aus dem gemeinsamen Vermögen ihrer Gemeinschaft und erhalten selbst für persönlichen Bedarf nur Taschengeld.  
Nicht aus dem Kirchenbeitrag werden der Diözesanbischof und die Mitglieder des Domkapitels besoldet. Sie werden aus den Erlösen der „Pfründe“ – das sind Grund- und Waldbesitze – entlohnt. Vor Einführung des Kirchenbeitrages (1939) lebte ein Großteil der Priester aus solchen Pfründen, meist einer Landwirtschaft, die zum Pfarrhof ­gehörte. Priester waren „Nebenerwerbs-Landwirte“. Bei Priestern, die Religionsunterricht leisten und die dafür aus der öffentlichen Hand bezahlt werden, wird nach einem bestimmten Schlüssel ein Teil des Gehaltes einbehalten – aus Gründen der Gerechtigkeit anderen Priestern gegenüber.

http://www.dioezese-linz.at/kirchenbeitragsinfo
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