BRIEF_KASTEN
Vielleicht liegt es daran, dass „Namen nur Schall und Rauch“ sind, wie meine Kollegin Christine kürzlich trefflich hier geschrieben hat. Trotzdem: Mich reißt es jedes Mal, wenn es heißt: „Jetzt singen wir Nr. 658 und dann Nr. 524. Und zum Abschluss Nr. 380.“
Ja, haben denn Lieder keine Namen oder Titel? Wir sind ja auch nicht in der Disco, in der eine Nummer nach der anderen gespielt wird. Nein. Unsere Lieder heißen „Meerstern, ich dich grüße“ oder „Großer Gott, wir loben dich“. Zugegeben, so mancher lateinische Text mag uns Schwierigkeiten bereiten, etwa Nr. 658: „In manus tuas, Pater, commendo spiritum meum“, übersetzt, „In deine Hände, Vater, lege ich meinen Geist“. Aber wird mit dem Aussprechen des Titels nicht auch schon die Botschaft mitgeliefert, worum es geht? Wenn ich Nr. 658 singen soll, klingelt noch gar nichts bei mir. Und selbst jene, die mit dem neuen „Gotteslob“ schon ganz auf Du und Du stehen, werden noch kurz nachdenken müssen, was sich hinter Nr. 779 verbirgt. Also, warum nicht das Kind beim Namen nennen und zum „Vaterunser“ einladen, anstatt die Nr. 779 anzusagen? Ja, ich weiß, es gibt viel schlimmere Sachen auf dieser Welt als Nummern statt Liedertiteln. Aber mit einem Namen fängt alles an, ... findet Ihre .... Elisabeth Leitner
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>