BRIEF_KASTEN
Man lernt damit zu leben, bis man die Chance erblickt, die eigenen Kinder zu begeistern. Wohlan denn! Tschaikowskys „Klavierkonzert Nr. 1“ da und dort angespielt, die „Moldau“ von Smetana erklärt, Mozarts „Kleine Nachtmusik“ nähergebracht – nicht, dass man diese „Hits“ selbst besonders häufig hören müsste. Aber als Beweis für die Kinder, dass es andere Musik als jene der „Lochis“ (ein Zwillingsduo auf Youtube) gibt, sind sie unverzichtbar. Dann die große Chance: Die Tochter geht mit ins Konzert – Matinee, Anton Bruckner! Zur Feier des Tages sitzt die Briefbörse locker: Da das Töchterchen brav ist, gibt es in der Pause neben Orangensaft relativ teure Lachsbrote. Im zweiten Teil des Konzerts wird ein interessantes Stück eines estnischen Komponisten als Zugabe gespielt. Noch ganz begeistert sitzt man im Auto heimwärts und fragt den Nachwuchs: „Und, was hat dir am besten gefallen?“ Antwort: „Die Brote waren gut.“ – Ja, das eigene Exotendasein ist okay. Aber Bruckner hat diese Antwort nicht verdient!
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