BRIEF_KASTEN
Mit dem Normalen meint man wohl das Gewohnte und Übliche: Leben in berechenbaren Verhältnissen, die Zukunft bei allem, was ohnehin passieren kann, halbwegs verlässlich. Aber: Hat man sich nicht viel zu sehr mit einer Normalität abgefunden, die viele Menschen zurückgelassen hat? Die Normalität des Gewohnten ist eine Versuchung, denn den Preis dafür zahlen andere mit einem Leben in Elendsverhältnissen – ohne Zukunftsaussicht, mit Billig- oder gar keinen Löhnen, mit Ausbeutung an Leib und Seele. Das armselige Leben vieler auf der Welt gehört zur Normalität der Wohlstands-Bevorzugten. Der christliche Glaube erhofft jedoch keine Normalität, die nur um den Preis des Unrechts möglich wäre. Um Lebensfreude für alle Menschen geht es, um ein partnerschaftliches, gerechtes Miteinander. Das ist die Sehnsucht, die es zu stillen gilt. Papst Franziskus sagt es, wenn er drängt: Die frohe Botschaft müsse dort zu spüren sein, wo die Menschen auf der Schattenseite der Normalität leben. Der Ort der Kirche wären die Ränder. Dort sind die Orte, an denen Jesus zu finden ist. Die Überraschung Gottes – der Himmel – liegt nicht in der Normalität.
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