BRIEF_KASTEN
Dem Leitartikel von Heinz Niederleitner vom 27. 9. 2022 muss ich leider widersprechen. Die Nichtzulassung von Frauen zum Priestertum ist nicht ungerecht; Bischöfe, die bei der Abstimmung ihrem Gewissen folgen, sind keine Blockierer und das Festhalten an der kirchlichen Sexualmoral ist nicht unglaubwürdig. Vielmehr entsprechen die kritisierten Positionen der zeitlos gültigen Lehre der Kirche, die immer den Aspekt der Ewigkeit umfasst. Ziel der Kirche ist die Heiligkeit ihrer Mitglieder. Aufgabe einer Kirchenzeitung ist es, sich mit den Inhalten der Lehre zu befassen und diese zu kommunizieren. Was die angesprochene Sexualmoral betrifft, empfehle ich die „Theologie des Leibes“ zu lesen, mit der der heilige Johannes Paul II. die Schönheit von Gottes Plan für die menschliche Liebe enthüllt. Der KirchenZeitung der Diözese Linz ist es offensichtlich kein Anliegen mehr, die zentralen Inhalte der Lehre der Kirche zu verbreiten. [...]
Benedikt Geusau , per E-Mail
Dieser Tage jährt sich zum 60. Mal der Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils. Ich war damals 16 Jahre alt, und ich kann mich noch gut an die in der Folgezeit um sich greifende Aufbruchsstimmung und Begeisterung, die wir in der Katholischen Jugend erlebten, erinnern. Sicher sind wir froh über viele positive Entscheidungen, zum Beispiel was die Liturgie betrifft, doch von der damaligen Begeisterung ist leider nichts mehr übrig geblieben. Stattdessen herrschen totaler Stillstand im Vatikan, eklatanter Priestermangel, Beharren auf einem unmenschlichen Pflichtzölibat, Verhinderung des Frauenpriestertums, Blockieren synodaler Reformen, mangelnder Mut unserer Bischöfe, Verlogenheit in Bezug auf Priester in eheähnlichen Beziehungen, von den Missbrauchsfällen ganz zu schweigen. Sicher ist es nicht leicht, „Schuldige“ für die traurige Entwicklung auszumachen. Dass aber Karol Wojtyła zusammen mit Josef Ratzinger dazu beigetragen haben, da bin ich mir sicher.
Als Papst Franziskus gewählt wurde, war ich anfangs begeistert, mittlerweile bin ich es nicht mehr so ganz, wobei ich nicht weiß, ob Papst Franziskus nur Missstände im Vatikan aufzeigen wollte, aber selbst zu den Konservativen zählt, oder ob die Kurie samt den vor allem in den USA vorhandenen konservativen Hardlinern sämtliche Reformen blockiert. Die Aussage von Papst Franziskus zum Synodalen Weg in Deutschland „... bekanntlich gibt es ohnehin eine große Reformierte Kirche in Deutschland ...“ könnte man ja fast als Aufforderung zum Konvertieren zu den Evangelischen auffassen. Da war ich schon sehr enttäuscht.
Dennoch gebe ich die Hoffnung auf positive Veränderungen nicht auf – also leider nur mehr Hoffnung statt Begeisterung.
Wolfgang Ortner, Wels
Zu „Eine Umarmung Gottes für Tiere“ in Ausgabe Nr. 39:
Sie berichten von der Tiersegnung. Da denke ich sofort an unsere Mitgeschöpfe aus der industriellen Massentierhaltung. Sie werden nicht geliebt und es geht ihnen nicht gut. Geschweige denn, dass sie gesegnet werden. Beziehungslos landen sie auf dem Teller, auf dem Griller, in der Wurst, in unserem Magen. Ich bin mir fast sicher, dass nach der Tiersegnung beim Wirt ein Kalb als Schnitzel verspeist wird – unbekannt, ungeliebt und ungesegnet. Mahlzeit!
Pia Knogler, per E-Mail
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