BRIEF_KASTEN
Zum Leserbrief der Schüler/innen des Europagymnasiums Linz, Nr. 1, S. 23.
Als Religionslehrerin habe ich natürlich besonders genau euren Leserbrief gelesen! Toll, dass ihr eure Sorgen und Ängste in dieser Weise mitteilt und sie nicht für euch behaltet – durch Aussprechen und Dialog kann man vieles bewirken! Was ich euch aber an dieser Stelle auch sagen möchte: Bleibt nicht bei den Problemen stehen! In der (nicht nur katholischen) Kirche gab es immer schon Probleme, ja, und sie wird auch bis ans Ende ihrer Tage hier auf Erden welche haben. Und doch: Diese „Firma“ gibt es nun schon seit über 2.000 Jahren. Heutzutage sterben mehr Menschen denn je den Märtyrertod für sie und für Gott! Warum nur? Warum treffen sich Millionen Jugendliche zu den Weltjugendtreffen, zu denen der Papst einlädt? Warum gibt es auch heute sehr wohl aufblühende Klöster (z.B. Stift Heiligenkreuz im Wienerwald), Gemeinschaften (z. B. Taizé), volle Kirchen mit Jugendlichen (z. B. Pfingstfest der Lorettos in Salzburg) u. v. m.? Habt ihr euch schon mal in diese Richtung erkundigt? Ich kann euch versichern, da wird’s richtig spannend, abenteuerlich und schön! Ich lade euch also ein, „unternehmt doch was“ und forscht auch in die andere, positive Richtung nach: denn bekanntlich gibt es immer zwei Seiten einer Medaille.
Mag. Barbara Fürlinger, Wolfern
Danke für die Gedanken zu unserer Religionsgemeinschaft. Einige der aufgezeigten Einstellungen sind auch für mich nicht befriedigend. Ich bezahle dennoch den Kirchenbeitrag, da mir die Verbreitung und das Leben der existenziellen Frohen Botschaft und die „Tischgemeinschaft“ mit der Verbindung zu Jesus Christus und Menschen die sich zugehörig fühlen, wichtig ist. Die Bezahlung von angestellten Menschen und die Erhaltung von Versammlungsräumen (Kirchen) ist damit möglich. Da wir alle Träger dieser Gemeinschaft sind, kann ein persönliches Engagement (z. B. Jugendkirche in Urfahr) eine erfüllende Tätigkeit in der Sinnsuche des Lebens sein.Vielleicht sind diese Überlegungen hilfreich. Ich wünsche, dass ihr die richtige Entscheidung trefft.
Peter Schaumberger, Altenberg bei Linz
Zu „Unter uns“, Nr. 1
Wenn sich Frau Grüll über die Oberösterreichische Landesregierung beklagt, dass diese beschlossen hat, die Mindestsicherung 1.500 Euro nicht überschreiten zu lassen, so war das sicherlich kein mutiger, aber ein vernünftiger Schritt. Ich weiß nicht, in welchen Einkommensverhältnissen Frau Grüll lebt, aber offenbar hat sie keine Ahnung, welches Einkommen beispielsweise viele Handelsangestellte haben. Einen kleinen Unterschied zwischen einer aktiv arbeitenden Person und einem Sozialhilfeempfänger sollte es schon geben.
Ich bin auch der Meinung, dass die Gutverdienenden mehr für den Staatshaushalt beitragen sollten. Aber es ist doch die jetzige Bundesregierung, die es z. B. geschafft hat, bei hohen Pensionen einen Sockelbetrag einzuführen (wobei man diesen auch noch etwas niedriger halten könnte).
Ich meine, wir brauchen weder eine rechte noch eine linke, sondern eine vernünftige Politik.
Josef Ehrnleitner, Peterskirchen
(...) Ich danke Christine Grüll für den Mut, den hochgeplapperten Mut zu entlarven. Es ist nicht Mut, es ist Hochmut der Starken, wenn sie gegen die Schwachen eine Regelung um die andere verschlechtern. Wenn sie bei den Schwachen kürzen und kürzen. Es ist ein Hochmut derer, die im Warmen sitzen. Was es aber bräuchte, wäre die Demut, sich in die hineinzudenken, die es nicht warm haben. Ja, und es braucht Mut. Christlichen Mut, christlich-sozialen Mut, gegen die aufzustehen, die sich in der eigenen Mut-Zusage auf die Schulter klopfen. Dagegen gilt es aufzustehen und auf dem für die Schwachen ungedeckten Tisch zu tanzen. (...)
Ernst Gansinger, Außertreffling
Zu den Sonntagskommentaren im Jänner.
Als ich unter dem „Wort zum Sonntag“ das Foto des orthodoxen Mönchdiakons Bartholomäus sah, hüpfte mein Herz in der Brust. Sicher freuten sich auch viele andere darüber. Die orthodoxe Kirche und die östlichen Kirchenväter sind für viele von uns leider ein verschlossenes Buch.
Und als ich daneben las, dass auch noch andere Kirchen anlässlich der Gebetswoche für die Einheit zu Worte kommen, freute ich mich noch einmal. Eine prima Idee. Sie alle haben uns etwas zu sagen. Es lohnt sich, die Vielfalt dieser Schätze zu heben. Schön, dass uns die KirchenZeitungen dabei behilflich sind.
Helmut Rohner, (1959 im byzantinisch-slawischen Ritus geweihter Priester) Dornbirn
Zu KiZ Nr. 2
Aus meiner 44-jährigen Erfahrung als diplomierte Krankenschwester im (ehemaligen) AKH-Linz sehe ich das Pflegeproblem so: Ein Einstieg in die Pflege-Praxis vor dem 17. Lebensjahr wäre eine Überforderung und auch den zu pflegenden Personen nicht zumutbar! Zwei Jahre Theorie gehen dann verloren, wenn man im praktischen Teil feststellt, dass es doch nicht das ist, was man sich vorgestellt hat. Man benötigt schon zum Einstieg ein großes Maß an Selbstsicherheit und Standfestigkeit, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden.
Geld spielt, wie Dr. Pühringer ausführt, natürlich eine Rolle. Die öffentliche Hand wird sich das leisten müssen! Es gab ja auch kein Problem für die Landesregierung, das außergewöhnlich hohe Salär für den zukünftigen Leiter der KUK zu beschließen. Die Finanzierung der Pflege muss unbedingt über das Steuersystem erfolgen. Menschen mit Mindestsicherung oder niedrigen Einkommen sind nicht in der Lage, für eine Pflegeversicherung einzuzahlen.
Elisabeth Neulinger, Waxenberg
Im bürgerlichen Rechtsempfinden gilt die Unschuldsvermutung, solange jemand nicht verurteilt ist. Warum gilt das nicht auch für das Gurker Domkapitel, das dem ehemaligen Klagenfurter Bischof Alois Schwarz alle möglichen Vergehen öffentlich vorwirft, obwohl der Vatikan und der Salzburger Bischof als Visitator zuständig sind, den Fall aufzuklären? Grenzt nicht das Verhalten des Domkapitels an Vorverurteilung, Gschaftlhuberei, ja Lieblosigkeit? Hat uns Jesus in so einem Fall nicht eine Faustregel geschenkt, die auch für das Gurker Domkapitel gelten müsste: „Wer von euch keine Sünde hat, der werfe den ersten Stein!?“ (...)
Engelbert Leitner, Pfarrer in Ried in der Riedmark
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