BRIEF_KASTEN
Zu „Wegen Hitze: Ethiker Rosenberger fordert Umdenken bei Tiertransporten“ in Ausgabe Nr. 29:
[...] Herrn Rosenberger ist völlig recht zu geben, wenn er meint, dass grundsätzlich Tieren – und Schlachttieren auf ihrer „letzten Reise“ – ein besonderer Schutz zusteht. [...] Dass dies, wie Herr Rosenberger meint, nur im Rahmen von seltenen Kontrollen der in Österreich übrigens besonders strengen Bestimmungen passiert, ist schlicht unwahr. Laut Kontrollplan 2026 des Gesundheitsministeriums ist jedes einzelne Schlachttier bei der Ankunft am Betrieb auf sein Wohlbefinden zu kontrollieren. Dafür stehen in Oberösterreich etwa 200 Schlachttieruntersuchungstierärztinnen und -tierärzte im Einsatz, die zu der hohen Gesamtzahl von 145.224 Tiertransportkontrollen (Gesamtösterreich 2024) beitragen. Auch viele der gesetzten 1.301 verwaltungsstrafrechtlichen Maßnahmen (Gesamtösterreich 2024) gehen auf genau diese Kontrollen zurück. Dass im Laufe der Jahre nur mehr wenige Maßnahmen notwendig geworden sind, zeigt die Wirkung der Aufsicht. Herrn Rosenberger sollte man fragen, woher er seine Informationen über die seltenen Kontrollen und häufige Achtlosigkeit bei Tiertransporten genommen hat. Was mich stört, ist, dass in der Kirchenzeitung eine (polemische) Stellungnahme ohne Gegenüberstellung mit Fakten und Expertise wiedergegeben wird. [...] Das beigefügte Foto mit dem Untertext „Kühe noch auf der Weide“ schlägt dem Fass dann aber wirklich den Boden aus. [...] Viele Leserinnen und Leser sollen „noch“ auf der Weide wohl so verstehen, dass in Zukunft alle Rinder in Stallungen gehalten werden, genau das Gegenteil ist der Fall: Ab 1.1.2030 ist eine Rinderhaltung nur mit Bewegungsmöglichkeit erlaubt. Schon jetzt hat der wirtschaftliche Zwang, den Molkereien auf ihre Lieferanten ausüben, zur weitestgehenden Umsetzung dieser wichtigen Vorschrift geführt. Wer aufmerksam durch das Land fährt, dem dürfte es nicht entgangen sein, dass im Sommer überall wieder mehr Rinder im Freien zu sehen sind. [...]
Heinz Grammer, Perg
Ja, man möchte es am liebsten direkt zum Himmel schreien: Liebe katholische Kirche, wie lange brauchst du noch, bis du endlich begreifst, dass es keinen geschlechtlichen Unterschied dabei geben darf, wer das Priesteramt ausüben darf? Höchste Zeit, dass es auch bei dir zu einer völligen Gleichberechtigung der Geschlechter kommt!
Karl Aichhorn, Mauthausen
Zu „Volksbegehren zum Karfreitag“ in Ausgabe Nr. 27 und der folgenden Leserbrief-Diskussion:
Meiner Ansicht nach hätte die katholische Kirche die Möglichkeit, für einen gemeinsamen Karfreitag einen von den beiden Marienfeiertagen (15. August oder 8. Dezember) zur Verfügung zu stellen. Denn einerseits haben beide Marienfeiertage keinerlei biblische Begründung, sondern sind eine reine Erfindung (Dogma) der Kirche, und andererseits ist vor allem der 8. Dezember ohnehin zum Feiertag des Weihnachtsgeschäftes geworden. Im Prinzip haben beide Feiertage für das Christentum keine Relevanz und könnten zugunsten des viel bedeutenderen Karfreitags gestrichen werden.
Wolfgang Ortner, Wels
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