BRIEF_KASTEN
Zu „Der Papst und die Frauenfrage“ in Ausgabe 49:
Auch ich habe von diesem Interview (des Papstes mit einem Magazin der US-Jesuiten, Anm.) gelesen – und bin enttäuscht. So wie sich die Katholische Kirche personell derzeit in der obersten Führungsetage zeigt, ist sie eigentlich unreformierbar. Ich denke, dass der Buchautor und Vatikankenner Frédéric Martel die Erklärung für die Reformunwilligkeit liefert. Diese vatikanische Männergesellschaft wäre mit der Abschaffung des Pflichtzölibates und der Frauenweihe in ihrer Exklusivstellung wirklich bedroht. Da in der Katholischen Kirche gewöhnlich nach oben berufen wird, kommen jene in höhere Funktionen, die am meisten gefallen. Nur eine sofortige Abschaffung des Pflichtzölibates könnte die Katholische Kirche so umgestalten, dass in vielleicht 20–30 Jahren die Frauenweihe ohne das „Gespenst der drohenden Kirchenspaltung“ möglich ist.
Das Festhalten am Pflichtzölibat und die Weigerung, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, ist für mich Egoismus der Verantwortlichen. Wenn Rom die Anregungen des „Synodalen Prozesses“ jetzt schon ignoriert, wird auch dieser zur Farce.
Hans Mayer, Molln
Zu „Für sie ‚klingt‘ der Advent anders schön“ in Ausgabe 49:
Ich bin 84 Jahre alt und habe bereits wie viele Menschen in meinem Alter Höreinschränkungen. Ich besitze zwar Hörgeräte, aber diese reichen vor allem beim Fernsehen oft nicht aus. Ich danke daher herzlich für den in der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung erschienenen Artikel über Gehörlose und Schwerhörige, weil ich laufend folgende Erfahrungen mache: Beginnt ein Sprecher, eine Sprecherin zu reden, ist der Ton sehr leise und erst gegen Ende des ersten Satzes wird er so laut, dass ich das Gesprochene auch halbwegs gut verstehen kann. Wenn ein/e Moderator/in oder eine Person, die interviewt wird, den Zuseher/innen den Rücken zuwendet, verstehe ich meistens nur die Hälfte. Es gibt viele TV-Sprecher/innen – überwiegend Männer – und vor allem auch Gesprächspartner/innen, die reden schnell und teilweise für mich auch unverständlich – bei uns sagt man, sie „murmeln oder mauscheln“. Ich weiß, das ist schwer bei den Gästen des TV zu ändern, aber die Mitarbeiter/innen des ORF könnten sich darum etwas mehr bemühen. (...)
Hans Riedler, Linz
Zu „Pro und Contra“ in Ausgabe 48:
Das Anliegen der Jugend – und nicht nur der Jugend – muss ja wohl der sorgfältige Umgang mit dem Lebensraum Erde sein. Ein Ja sei gesagt, wenn sich die Jugend gegen das sogenannte Establishment und seine Handlungsart auflehnt. Ein Ja sei gesagt, dass die jungen Menschen absolut berechtigte Sorgen und Ängste um ihre Zukunft zum Ausdruck bringen. Ein Ja sei gesagt, dass es durchaus Diskussionsbedarf bezüglich der Methoden des Protestes gibt, wie in der Kirchenzeitung zu lesen ist. Dabei ist die Diskussion um die verstörend wirkenden Aktionen wohl nur eine Randbemerkung im Vergleich zur Bedrohung unseres Lebensraumes Erde. Die Trägheit der Menschen, die die notwendigen Verhaltensänderungen verhindert, ist das tiefergreifende Problem. [...] In der Enzyklika „Laudato si“ beschreibt Papst Franziskus die dem Menschen innewohnende Gier als Triebfeder für den Missbrauch unserer Erde. [...] Die Umkehr ist Teil des christlichen Selbstverständnisses, an der dramatischen Notwendigkeit hat sich nichts verändert. Die Jugend hat vielleicht noch die Kraft, das Ruder herumzureißen. Als Grundlage und Richtschnur kann die bemerkenswerte päpstliche Enzyklika dienen. [...]
Herbert Kain, per E-Mail
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