BRIEF_KASTEN
Knapp 79 bei Männern, beinahe 84 Jahre für Frauen: Das ist das statistische Maß der Lebenserwartung in Österreich. In afrikanischen Ländern südlich der Sahara liegt der Wert teils deutlich unter 60 Jahren. Die Statistik freilich hat ausschließlich die Anzahl der Jahre im Blick.
Arm wäre ein Mensch, dessen „Lebenserwartung“ sich nur auf die Dauer des Lebens ausrichtet. Bedeutsamer noch ist die „innere Lebenserwartung“ – womit das Leben gefüllt ist und wie ein Mensch mit seinem Leben in der Welt wirkt.
„... damit sie meine Freude in Fülle in sich haben“ – so vertraut der scheidende Jesus gegen Ende des Johannesevangeliums (Johannes 17,13) seinem Vater an, was er für die Menschen möchte: Freude in Fülle. Das ist seine Sorge. Das ist es, was Menschen von Jesus her erwarten dürfen und sollen. Ein Menschenleben ist wie ein Gefäß, das mit dieser Freude im Sinne Jesu gefüllt werden soll. Auch ein kleines Gefäß wird voll. Und so kann selbst ein kurzes oder beeinträchtigtes Menschenleben ein volles, erfülltes Leben werden.
Gegenwärtig hat es die Freude nicht leicht, sich bei den Menschen einzunisten. Doch Menschen können diese Lebenserwartung in ihrem Dasein füreinander füllen. Wie schön, wenn sie erleben können: Meine Lebenserwartung, das bist du. Und deine Erwartung, das will ich sein.
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