BRIEF_KASTEN
Höchste Zeit für einen neuen Kalender, zumindest für Konservativlinge wie mich, die keinen Online-Kalender nützen. Er sollte so klein sein, dass er überall hineinpasst, und doch so groß, dass alles hineinpasst. Mein Fundstück für das Jahr 2021 hat einen verblüffenden Einband. Er ist ein Modell des Lindauer Evangeliars aus dem 8. Jahrhundert. Zunächst war ich unsicher, ob die Ehrfurcht vor so einem Schatz erlaubt, ihn im Miniaturformat tagaus, tagein in die Taschen zu stopfen. Ich trage auch Gustav Klimts „Der Kuss“ nicht als Regenschirm herum, weil es mir widerstrebt, Kunstwerke im Supermarkt zu vergessen oder vom Sturm ramponieren zu lassen. Und nun ein Mini-Evangeliar mit Flexi-Einband? Die Edelsteine scheinen ein wenig zu glänzen, auch das Gold schimmert matt. Kitsch? Ja, sicher. Und doch lässt es sich mit Ehrfurcht verwenden: Was sich da im Jahr 2021 zwischen den Buchdeckeln ansammeln wird, soll ein Evangelium sein. Mit allen Ecken, Kanten und Missverständnissen, aber eine Frohe Botschaft von Gottes Wirken in dieser Welt.
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