BRIEF_KASTEN
Gewöhnlich ist es so: Wenn etwas verloren wurde, wenn es gar ein Mensch ist, den man vermisst, beginnt das große Suchen. Mit Lampen und technischen Geräten rücken die Helfer:innen aus, durchkämmen die Gegend, damit dieser Mensch gefunden werden kann, ehe es zu spät ist.
Am Beginn des Jahres wird von einer großen Suchaktion berichtet. Weise – Sterndeuter aus dem Osten sollen es gewesen sein – hatten sich auf den Weg gemacht. Den sie suchten, kannten sie nicht einmal. Einem Kind, von dem sie viel erwartet hatten, wollten sie Respekt erweisen.
Zuerst begaben sie sich an den Ort, an dem man einen künftigen König vermutete. Nach Jerusalem also. In die Macht-Zentrale. Aber es war ein Irrtum. Dort lauerte eher die Gefahr als die Hilfe. Weiter mussten sie also, nach Betlehem – in einen Stall statt in den Palast.
Das ist eine starke Botschaft, gerade in einer so wirren und unsicher gewordenen Zeit:
Das Gute, die Hoffnung: Sie kommen nicht unbedingt von dort, wo man sie nach menschlichem Ermessen erwarten würde. Nicht nur was man in den Hauptnachrichten erfährt oder was in den Schlagzeilen ins Blickfeld rückt, ist entscheidend für die Zukunft. Im Unbeachteten und Unscheinbaren liegt oft mehr Hoffnung begründet als bei der Macht. Neu wird sie in die Welt hinein geboren – immer wieder neu.
Die Suchaktion der Sterndeuter mag einen Hinweis auf das menschliche Wegsuchen heute geben. Das Rettende zeigt sich nicht immer augenfällig. Vertraut dem Kleinen, dem noch Schwachen. In der Zuwendung zum Unscheinbaren wird die Hoffnung stark.
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