BRIEF_KASTEN
Viele Predigten, Ansprachen und Referate habe ich von Bischof Maximilian Aichern gehört. Natürlich kann ich davon keine vollständig wiedergeben.
Aber ein Satz ist mir in Erinnerung geblieben, der sich häufig als Schluss seiner Reden gefunden hat: „Schwestern und Brüder! Lasst euch die Freude am Menschsein und Christsein nie durch etwas nehmen.“
In Predigten hat er immer ein Amen angefügt. Zur Bekräftigung: „So sei es!“
Dieser Aufruf ist wie das „Ceterum censeo“ des römischen Staatsmanns Cato des Älteren (234–149 v. Chr.). Ob passend oder unpassend, soll dieser jede seiner Reden mit dem Hinweis beendet haben: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.“ Das „Ceterum censeo ... im Übrigen ...“ hat Cato berühmt gemacht.
Der Satz „Lasst euch die Freude nicht nehmen ...“ von Bischof Maximilian Aichern ist wie ein Refrain und heute aktueller denn je.
In den derzeitigen Krisen in Kirche und Gesellschaft ist diese Aufforderung aber nicht einfach zu verwirklichen. Und dennoch tut es gut, sie zu hören. Für mich ist es wie das „Ceterum censeo“.
Leider reicht meine Übersetzungskompetenz nicht aus, um aus der Ermutigung des Bischofs einen knackigen lateinischen Sinnspruch zu machen. An alle Liebhaber/innen des Latein: Für jede Hilfe bin ich dankbar.
josef.wallner@kirchenzeitung.at
>> Interview mit Bischof em. Maximilian Aichern zum 90. Geburtstag
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